Die FIS-Renndirektoren sind vermummt bis obenhin. Der Wind peitscht den Schnee fast waagrecht über die Rennpiste. "Rutscht ihr normal nicht in Gruppen?", fragt Günter Hujara, der Chef-Renndirektor für den Herren-Weltcup, die beiden Kleine Zeitung-Journalisten, die gerade den steilen Starthang, auf dem das Eis noch blau herausblitzt, hinabschauen. Nach einem schüchternen Kopfschütteln blitzt kurz das Erkennen in seinen Augen auf, dann meint Hujara: "Großartige Piste haben wir, oder nicht? Ich hätte es mir gar nicht so gut vorgestellt!" Gut, so großartig sieht sie im Moment nicht aus, die Piste, der Neuschnee verdeckt aber den pickelharten Untergrund nur, auf der Reiteralm ist alles nach wie vor positiv gestimmt. Trotz der schlechten Wetter-Vorhersagen, die bis zu 60 Zentimeter Schnee am Samstag ankündigt - davon allein zur Rennzeit in etwa die Hälfte.
Etwas Besseres gibt's nicht. Über eine Verschiebung des Damen-Rennens will trotzdem niemand auch nur nachdenken. "Es stehen Profis am Start, denen machen die Bedingungen nur bedingt was aus", sagt Hujara schmunzelnd. Viel mehr freut er sich darüber, was der Weltcup in der Steiermark geboten bekommt. "Es ist großartig, was hier entstanden ist. Und wir haben Winter - etwas Besseres gibt's nicht."
Kornberger bringt den Tee. Unten im Ziel treffen einander alle Verantwortlichen der FIS - und sind zufrieden. Daneben schwingt ein Schifahrer im ÖSV-Mantel ab, auf dem Rücken trägt er einen riesigen Behälter. "Tee gefällig?", fragt er - und es stellt sich heraus, dass "er" im Normalfall die Pisten selbst im Renntempo hinunterbraust. Christoph Kornberger, schon bei vielen Weltcup-Abfahrten im Einsatz, hat aber für die Reiteralm die Rollen getauscht. Als Schiklub-Mitglied praktisch Ehrensache. "Meine Mama hat den Tee gekocht - aber die kann nicht so gut Schi fahren, deshalb führe ich den Tee für alle Helfer aus." Ebenso macht es den rund 150 Helfern nichts aus, dass sie vor den Rennen schon ab 5 Uhr früh arbeiten, die Piste zu präparieren. Im "Jaga-Stüberl" werden dafür über Mittag schnell 60 Schaufeln organisiert. Dann geht das Rutschen wieder los - natürlich in Gruppen.
Gegen Kälte und Schnee hilft nur Tee
Sogar ein Weltcup-Fahrer hilft bei den Vorbereitungen auf der Reiteralm, die wahre Schneemassen erwartet.
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