Fast 4700 Rechtsauskünfte, 190 Klagen in den Bereichen Arbeits- und Sozialrecht und rund zwei Millionen Euro, die erstritten wurden: So hat sich das Jahr 2025 für die Außenstelle der Arbeiterkammer im Bezirk Liezen präsentiert. „Hauptverfahrensgründe waren Entgeltstreitigkeiten, Sonderzahlungen, Urlaubsersatzleistungen und Überstunden“, berichtet Leiterin Sabine Spreitz.
Die meisten Anfragen, die gestellt worden sind, drehten sich um Hotel- und Gastgewerbe, Handel, Arbeitskräfteüberlassung, Metall und Güterbeförderung. Sehr gefragt waren darüber hinaus Beratungen etwa zu Karenz, Kinderbetreuungsgeld, Eltern- oder Altersteilzeit. Versicherungen, Telekommunikation oder Fake Shops waren die vorherrschenden Fragen in Sachen Konsumentenschutz.
Ein „dramatischer Anstieg“
Was schriftliche Anfragen angehe, sehe man sich steiermarkweit mit einem „dramatischen Anstieg“ konfrontiert, sagt AK-Direktor Johann Scheuch. Niederschlag findet das auch im Bezirk Liezen. 628 E-Mail-Anfragen wurden 2025 beantwortet, 100 mehr als 2024. Geschrieben würden sie oft „nicht von den Leuten selbst, sie lassen es von der KI schreiben. Diese Anfragen sind eine Herausforderung, weil sie sehr lang sind“, so Scheuch. „Und sie klingen professionell, weil die KI rechtliche Hintergrundinformationen hat – aber keine richtig rechtlichen“, ergänzt Spreitz. „Man kommt dann drauf, was der Mandant will, ist überhaupt nicht machbar, auch wenn das gut formuliert ist und gut klingt.“
Schriftliche Anfragen seien generell auch schwierig schriftlich zu beantworten, weil alleine schon die Beschreibung eines Sachverhaltes für den, der anfragt, kompliziert sei. Dinge genau zu prüfen, gehe „meist nur im Rahmen eines Gespräches mit konkreten, detaillierten Fragen. Das bedeutet aber einen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Und einen Anspruch haben wir schon: Dass die Auskunft, die wir geben, korrekt ist und auch hält“, so AK-Präsident Josef Pesserl.