Am 4. März haben 128 Schülerinnen und Schüler der MS Liezen und 116 der HBLFA Raumberg-Gumpenstein einen letzten Blick auf ihre Handys geworfen und diese dann weggesperrt, abgeschaltet oder zumindest in den Flugmodus versetzt. Der Grund hierfür: die Teilnahme an der ORF-Aktion „Drei Wochen ohne Smartphone“, die heuer in zweiter Auflage österreichweit von 4. bis 24. März über die Bühne geht.

Grundgedanke sei vor allem, die Jugendlichen weg von den sozialen Medien zu bringen, erklärte Sasika Breutmann, Projektleiterin an der Mittelschule in der Bezirkshauptstadt, vor dem Start des Experiments. An der landwirtschaftlichen Schule in Raumberg berichteten einige Schüler in einem ersten Zwischenfazit nach einer Woche, dass ihnen ihr digitaler Helfer im Stall am meisten fehle.

„Bis auf 10 Prozent alle dabei“

In Liezen seien nach knapp zwei Wochen „bis auf circa zehn Prozent noch alle dabei“, berichtet Breutmann. 20 bis 30 Schüler würden dabei wirklich komplett auf ihre Smartphones verzichten, hätten höchstens Tastenhandys. Der Rest der Jugendlichen mache eine Light-Version mit stark reduzierter Bildschirmzeit – „anstatt vier Stunden zum Beispiel nur noch eine“.

Grundsätzlich hätten ihr die Teilnehmer mitgeteilt, dass ihnen der Verzicht nicht schwerfalle, so die Projektleiterin, auch wenn der eine oder andere das Ende des Experiments schon herbeisehne. Die Befürchtung vieler, ohne Social Media und Messengerdienste den Anschluss zu verlieren, habe sich nicht bewahrheitet, einige hätten sogar angekündigt, auch danach weniger Zeit am Handy verbringen zu wollen.

Sasika Breutmann, Projektleiterin an der MS Liezen, mit Schulleiter Andreas Gasteiner
Sasika Breutmann, Projektleiterin an der MS Liezen, mit Schulleiter Andreas Gasteiner © KLZ / Benedikt Karl

Auch im Lehrerkollegium gebe es drei Teilnehmer, von denen zwei noch ganz und einer „so halb-halb“ dabei seien. Die Social-Media-Abstinenz sei für sie weniger problematisch, sie hätten aber berichtet, dass sich ihr Alltag ohne Handy und damit beispielsweise auch ohne E-Banking oder Navigation mitunter doch recht umständlich gestalte.

Tastenhandys gehen an Caritas

Die Schüler seien nach wie vor motiviert und auch größtenteils noch im Rennen, berichtet Ingrid Peyer aus Raumberg. Bis jetzt hätten nur vier den Abbruch gemeldet – aus unterschiedlichen Gründen, etwa weil das WLAN nicht funktioniert hat und ein Hotspot gesetzt werden musste. Die Dunkelziffer sei vermutlich aber höher, schätzt die Projektleiterin.

Die auch noch von einer geplanten Aktion nach dem Experiment berichtet. Viele Schüler hätten sich als Ersatz für ihre Smartphones ja Tastenhandys besorgt. Wenn diese nach Ablauf der drei Wochen nicht mehr gebraucht werden, würden sie großteils der Caritas gespendet werden.