Die Welt – und mit ihr auch die Wirtschaft – ist seit einiger Zeit in Aufruhr. Wie stark sich das auf den Bezirk Liezen niederschlägt, analysierte Ewald Verhounig, Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung der WKO Steiermark. Und diese Analyse fällt sehr positiv aus: Liezen sei durch seine vielfältigen Wirtschaftsstandbeine „besser durch die letzten Monate und Jahre gekommen, als andere Regionen“.
Gibt es mit Schladming-Dachstein und dem steirischen Salzkammergut doch nicht nur starke Tourismusregionen, sondern auch Gewerbe und Industrie rund um die Bezirkshauptstadt sowie Landwirtschaft und den Rohstoffbereich, konkret Holzwirtschaft. Ein weiterer Grund für die Stabilität sei auch die Kleinteiligkeit: „Der Mittelstand und die Kleinbetriebe bilden das Rückgrat des Bezirkes.“
Tourismus als Erfolgsgeschichte
Sieht man sich den Arbeitsmarkt an, ist Liezen im Vergleich zur Steiermark und zu Österreich sehr stabil. Weil Verhounig seine Analyse am Donnerstagabend beim Wirtschaftsabend des Tourismusverbandes Schladming-Dachstein präsentierte, ging er vor allem eingehend auf den Tourismus ein. Diese Branche – mit 13,7 Prozent der Beschäftigten im Bezirk – habe an der Entwicklung einen „wesentlichen Anteil“. Seit 1971 haben sich die Beschäftigungszahlen in der Region Schladming-Dachstein nahezu verdreifacht.
So entfallen 40 Prozent der Nächtigungen in der Steiermark auf den Bezirk. Die Wintersaison spielt dabei eine große Rolle, aber fast die Hälfte der Nächtigungen entfallen bereits auf den Sommer. Für Schladming-Dachstein eine Erfolgsgeschichte: „Die jährliche touristische Wertschöpfung in dieser Region stieg seit 2013 um über 70 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro.“
Davon entfallen 768 Millionen Euro auf die direkte Nachfrage, die durch rund drei Millionen Nächtigungen und 750.000 Tagesgäste pro Jahr ausgelöst wird. Hinzu kommen 138 Millionen Euro durch indirekte Effekte infolge von Investitionen regionaler Unternehmen und 133 Millionen Euro durch die Kaufkraft der im Tourismus Beschäftigten, heißt es in der vom TVB in Auftrag gegebenen Wertschöpfungsstudie.
Bevölkerungsentwicklung rückläufig
Was der WKO-Experte aber auch ausführt: „Die demografische Entwicklung ist – wie auch in anderen Bezirken – eine herausfordernde Geschichte.“ Denn die Abwanderung ist real, wobei sie gerade im Zeitraum zwischen 2021 und 2025 „keine großen Ausmaße“ angenommen habe. Der prognostizierte Ausblick ins Jahr 2040 aber sei nicht gut: „Aber wir haben noch Zeit, es ist nichts in Stein gemeißelt.“
Ein weiteres Thema sei auch die geografische Lage, konkret die weite Entfernung zu großen Städten. Hier sollte es mehr Investitionen in Infrastruktur wie Schiene und Straße zur besseren Anbindung geben, schließt Verhounig.