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Maulkorb-Erlass für Direktorin?Bildungsdirektion: "Eine Weisung gab es nie"

Direktorin hätte bei Pressegespräch zu Ethikunterricht teilnehmen sollen - nach einem Gespräch mit der Bildungsdirektion sagte sie aber ab.

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Ein angeblicher "Maulkorberlass" für eine Befürworterin des Ethikunterrichts für alle sorgt für Kritik bei Personalvertretern. Eine Schulleiterin hätte bei einer Veranstaltung zum Thema reden sollen. Die Bildungsdirektion Steiermark legte ihr aber nahe, dies aufgrund ihrer Stellung im öffentlichen Dienst nicht zu tun. Die Frau spricht von einer Weisung und will sich dagegen rechtlich wehren.

Kommentare (22)

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Aleksandar
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Print-Ausgabe

Ein bisschen mehr Klarheit brachte die Print-Ausgabe der Kleinen Zeitung. Ich denke, das alles wurde von der Direktorin und ihren Unterstützer/inne/n inszeniert, um die Bildungsdirektorin anzugreifen. Der Sachverhalt ist klar: Die Direktorin erhält eine Einladung vom Verein "Ethik für alle" und fragt (oder lässt nachfragen), ob sie für Ihre dazu nötige Wienreise einen Dienstauftrag erhalten kann. Das würde bedeuten, dass sie die Reisekosten ersetzt bekommt. Aus verständlichen Gründen ist dies nicht möglich; sie fährt ja nicht als Vertreterin der Bildungsdirektion dorthin, um deren Meinung kundzutun, sondern als Privatperson mit einer Privatmeinung. Sie vertritt ja nicht einmal die Grazer Direktor/inn/en. Es gibt - vermutlich auch in der Bildungsdirektion - unterschiedliche Meinungen dazu. So war ihr unbenommen auf eigene Kosten als Privatperson nach Wien zu fahren. Und dies machte man ihr klar: Reisekostenersatz: NEIN. Private Unternehmung: JA. Das machte man ihr klar. Daraus wurde ein "Maulkorberlass" konstruiert. Ziemlich fies, oder?

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feringo
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Spät aber doch, weils im Epaper aktuell ist:

1) Bezüglich Rel_U schließe ich mich der Meinung von "erstdenkendannsprechen" an, möchte aber zusätzlich einen Ethikunterricht für ALLE. Das ist das eine.
2) Eigentliches Thema hier ist aber die Freiheit der Meinungsäußerung:
Eine Direktorin, sowie alle Schulangestellten, haben einen Dienstvertrag mit uns (dadurch auch mit mir) unterschrieben. Da ich ein Verfechter des Rechtsstaates bin möchte ich, dass sich die Unterzeichner daran halten.
3) Zum Nachdenken: Vertreter von Privatschulen dürfen ebensowenig ihre persönliche Meinung unkoordiniert öffentlich medienwirksam vertreten. Auch sie müssen sich an ihre Dienstverträge halten.

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Weltreisender
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Wer

von uns, darf in einer öffentlichen Diskussion sich über unserem Arbeitgeber aufregen? Ich denke in der Privatwirtschaft folgt darauf die Kündigung.

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Nora
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Wahrheit nicht erwünscht!

Die extrem schwarze Bildungsdirektion will die Wahrheit nicht.Und schon gar nicht die Bildungsdirektorin! Nicht nur sie ist eine reine Katastrophe,sondern die komplette Bildungsdirektion.Es erhebt sich die Frage ob wir das "Kontrollorgan" mit all seinen selbsternannten Experten und Expertinnen überhaubt brauchen!
Meinungsfreiheit-das ist für die Bildungsdirektion ein Fremdwort!!

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Aleksandar
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Lehrerin

Nora, Lehrerin, glaubt, sie kann hier anonym Watschen austeilen IoI
Was ist die "Wahrheit"? Ich glaube, Nora versteht nicht recht, worum ees geht, ist politisch links und freut sich über ihren Mut.

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3770000
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Die ÖVP-besetzte Bildungsdirektion...

... will nicht, dass eine Direktorin sich für "Ethik für alle" stark macht. Das ist logisch. Erstens: ÖVP und Ethik --- Zweitens: Die ÖVP vertritt die Interessen der katholischen Kirche nach konfessionellem Religionsunterricht. Also nach Unterricht IHRER Ethik.

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KarlZoech
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@ 3770000: Sehe ich ganz genau so wie Sie!

Warum bitte sollte diese Direktorin nicht diskutieren, auch auf Grund ihrer beruflichen Erfahrungen, und warum sollte sie in dieser Diskussion nicht sagen dürfen, dass sie Direktorin ist?

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jg4186
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Christl. Ethik

Wir leben trotz allem recht gut im Land und in Europa mit christlicher Ethik! Manchmal könnte schon auch mehr davon zu merken sein, finde ich. Und deshalb sollten auch unsere Kinder auch weiterhin Christentum, christl. Werte, christl. Ethik kennenlernen. Besser ein unvollkommenes Christentum als ein perfektes Heidentum (frei nach H. Böll)

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checker43
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Sie täuschen sich

Wir leben nicht nach christlicher Ethik, sondern nach einer Ethik, die auf der Aufklärung, dem deutschen Idealismus und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Ginge es nach der christlichen Ethik, sähe die Stellung der Frau und der von Randgruppen anders aus, auch wenn sich die christliche Ethik seit Antike und Mittelalter stark geändert hat (aufgrund des Drucks von außen).

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Aleksandar
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Nebenbei bemerkt

Es gibt nicht nur Religionsunterricht der katholischen Kirche. Religionsunterricht ist das Recht jeder gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgemeinschaft. Und Ihr letzter Satz zeigt gut, dass es keinen "objektiven" Ethikunterricht geben kann IoI

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KarlZoech
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@ Aleksandar: Natürlich kann es einen Ethikunterricht geben, welcher sich um größtmögliche Objektivität bemüht.

Ein rein konfessioneller Religionsunterricht wird das bei weitem nicht so sehr können, da dieser sich zwangsweise vor allem mit der eigenen Religion beschäftigt.
Darum trete ich für Ethikunterricht ein und dazu noch für Religionsunterricht, welcher über alle bei uns anerkannten Religionen informiert, nicht nur über eine, die eigene.

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Aleksandar
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Heißes Thema

Zweifellos ein heißes Thema, zumal man weiß, dass unter den Befürworter/inne/n Menschen sind, die den Religionsunterricht grundsätzlich aus der Schule verbannen wollen. (Allein Reifs Aussage "... österreichische Ethikunterrichtsskandal einen neuen Höhepunkt." zeugt nicht unbedingt von der Bereitschaft zur sachlichen Diskussion.) Somit liegt es auf der Hand, dass eine Direktorin zu einer solchen Veranstaltung eines privaten Vereins nur als Privatperson gehen darf und jegliche Bezugnahme auf die Schule zu unterlassen hat. (vgl. LDG § 33 "(1) Der Landeslehrer ist über alle ihm ausschließlich aus seiner amtlichen Tätigkeit bekanntgewordenen Tatsachen, deren Geheimhaltung im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit, ....zur Verschwiegenheit verpflichtet (Amtsverschwiegenheit)." Es kann sich daher nicht um eine "Weisung" (für Reif: "autoritäre Vorgehensweise einer politisch eingefärbten Landeschuldirektion"), sondern nur um einen Rat im Interesse der Lehrerin.

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KarlZoech
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@ Aleksandar: Vorab: Ich will Religionsunterricht nicht verbannen, sehen Sie mein Posting oberhalb!

Doch bitte bleiben Sie uns mit Amtsverschwiegenheit vom Leibe! Diese Direktorin hätte ja bei dieser Diskussion nicht über irgendwelche individuelle Erfahrungen mit einzelnen Schülern/innen mit Namensnennung berichtet (was sehr wohl und zu Recht der Amtsverschwiegenheit unterliegen würde), sondern allgemein dieses Thema diskutiert, natürlich auch auf Grund ihrer Erfahrungen im Schulwesen - was ganz sicher nicht einer Amtsverschwiegenheit zu unterliegen hat!

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Aleksandar
5
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Amtsverschwiegenheit

Lehrer/innen unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Das ist gesetzlich festgelegt - unabhängig davon, welche politische Partei das Sagen hat.
Die Vertreter/innen des Vereines "Ethik für alle" scheinen auch nicht sachlich diskutieren zu wollen - siehe oben "österreichischer Ethikunterichtsskandal" z. B. "Sachlich" sieht anders aus.
Die Dienstauftragsgeschichte ist hier wohl verzerrt dargestellt. Dienstauftrag von der Bildungsdirektion gibt es für solche Veranstaltungen nicht; da hat wohl wieder irgendwas verdreht.

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KarlZoech
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Zum Kernthema selber: Ja, Ethikunterricht für alle!

Und dann Religionsunterricht in anderer Form als heute: Information über alle bei uns anerkannten Religionen anstatt einseitigem konfessionellem Religionsunterricht!

Das Ansinnen der Bildungsdirektion Steiermark ist ein unakzeptabler Maulkorberlass! Die hohe Frau Bildungsdirektorin will offenbar nicht hören, was ihr nicht gefällt. Wieso sollte diese Direktorin bei der Diskussion nicht erwähnen, dass sie Schuldirektorin ist, also von der Praxis viel Ahnung hat, was ja nicht unbedingt bei einer Landes-Bildungsdirektorin der Fall sein muss?

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erstdenkendannsprechen
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27
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ich finde die vorgehensweise der bildungsdirektion skanalös,

ich wundere mich aber nicht wirklich darüber. da läuft wohl manches etwas schief.
zum religionsunterricht: information über die religionen ist lehrplangemäßes pflichtprogramm quer durch die konfessionen.
ich bin aber dagegen, den konfessionellen religionsunterricht aus den schulen zu verbannen. an den öffentlichen schulen unterrichten religionslehrer, die einer schulaufsicht unterstehen, die von den direktoren überwacht werden können, die sich an einen lehrplan halten müssen und die nur approbierte schulbücher verwenden dürfen. verbietet man den konfessionellen ru, dann wird er woanders angeboten: in den religionsgemeinschaften selber. unkontrolliert. jeglicher radikalisierung (und natürlich würde das nicht alle betreffen, weil es den großteil hoffentlich nicht interessiert) stünde man dann machtlos gegenüber.

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Aleksandar
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Zur Bildungsdirektion

Die Vorgehensweise der Bildungsdirektion ist rechtskonform. Anders kann sie nicht handeln, da Beamte der Amtsverschwiegenheit unterliegen.

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KarlZoech
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@ Aleksandar: Nochmals, zur Amtsverschwiegenheit:

Sehen Sie bitte dazu mein Posting oberhalb!

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stadtkater
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Auch so kann man Probleme beseitigen:

Indem man sie totschweigt!

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Reipsi
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Diktatur pur

also auch bei uns, freie Meinungsäußerung gibt es auch in Österreich nicht, dann bitte nicht groß reden über uns. Demokratie ist was anderes.

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sonniboy
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Da sieht man wieder einmal, wie wenig Ahnung die Politik von den Niederungen des Alltags hat.

Dort gluabt man immer noch, wenn man jedem Kind ein Tablet in die Hand drückt und etwas von Inklusion oder Integration daherfaselt, sind die Probleme mit Digitalisierung und ausländischen Schülern gelöst. Und wenn dann jemand die Wahrheit verichten will, setzt's einen Maulkorb. Möge sich der zuständige Minister einmal ein paar Tage in so einer Brennpunktschule aufhalten, das Grinsen würde ihm gefrieren.

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gerbur
22
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Irgendwer etwas anderes erwartet?

Ganz klar, woher der "göttliche" Wind weht! Die schwitzen vor der zu erwartenden Erosion des Religionsunterrichts.

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