Mit dabei statt außen vor: Der Steirische Kinderrechtepreis "TrauDi!", verliehen vom Kinderbüro, ging heuer an jene, die sich besonders für das kindliche Recht auf Partizipation einsetzen. Beim großen Galaabend in der Aula der Universität Graz wurden am Freitag Initiativen ausgezeichnet, die von Kindern ausgehend oder gemeinsam mit Kindern entwickelt wurden. Wie schon in den Jahren zuvor gilt diese Veranstaltung als Startschuss für die Steirische Kinderrechtewoche.

Der Bundespräsident gratuliert

Bundespräsident Alexander Van der Bellen lobte per Videobotschaft das Engagement jener, "die Kinder und Jugendliche in ihren Rechten unterstützen". Das sei gerade in Hinblick auf die Zukunft wichtig: "Denn sie, die Kinder, werden einmal die Geschicke dieser Welt lenken." Eine, die ihre Schützlinge auf diese Aufgabe vorbereitet, ist Pädagogin Melanie Scherr. Um mit ihren Schulkindern der 1.b Klasse der VS Groß Sankt Florian ins Gespräch zu kommen, lädt sie jede Woche freitags vor Schulschluss zum sogenannten Klassenrat. Ein Ort, wo Gefühle, Sorgen und Wünsche ihren Ausdruck finden. Respekt und Anerkennung vor- und füreinander sind dabei wesentliche Ziele, die mit dem ersten Platz in der Kategorie "Projekte in Schulen und Kindergärten" ausgezeichnet wurden.

Der Preisreigen geht weiter

Ebenfalls preisgekrönt: Das Rotary Lernhaus Graz, das mit dem ersten Platz in der Kategorie "Außerschulische Projekte" bedacht wurde. Die kostenlose Lernunterstützung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulkinder aus bildungsfernen Familien zu stärken und somit eine Chancengleichheit zu erwirken.


Der "TrauDi! – Förderpreis" ging an diesem Abend an Matin Burgstaller. Der Grazer Gymnasiast sammelte mehr als 12.000 Euro für die Ukraine. Eine Spendensumme, die nicht selbstverständlich sei: "Es ist schön diese gelebte Solidarität zu spüren und zu sehen, wie Menschen zusammenhalten", bringt es der junge Mann auf den Punkt.


Die "Ehren-TrauDi! 2022" ging an Helmut Thiebet, der für seine ehrenamtliche Arbeit als Förderer von Kindern mit Diabetes ausgezeichnet wurde. Denn statt diese bestmöglich in das Schulleben miteinzubeziehen, werden betroffene Kinder aus Berührungsängsten und Ressourcenmangel von Schulausflügen ausgeschlossen. Für Thiebet ein "absolutes No-go", wie er immer wieder betont, weshalb er seit Jahren Bildungsarbeit in Schulen bringt.

25 Jahre Kinderbüro

Jubelstimmung auch beim Veranstalter der Gala: Das Kinderbüro feierte im Rahmen der Preisverleihung auch sein 25-jähriges Bestehen. Die Kinderrechtsinitiative setzt sich seit 1997 für die soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen ein.

Ausblick statt Rückblick: Die Kinderbürgermeisterin Lucia Havrillova und der Kinderbürgermeister Felix Kanzler widmeten ihre Schlussworte dem nächsten Vierteljahrhundert. Felix Kanzler setzte erneut auf sein Wahlthema: besseres Schulessen. In zehn Jahren, so hofft er, können sich Kinder das Essen in der Schule aussuchen. Das Ziel dahinter: "Schmeckt den Kindern das Essen besser, wird auch weniger weggeschmissen", so der Bursche. Kollegin Lucia Havrillova kritisierte indes die Mobilitätssituation in Graz: "Es gibt viele Autos und das finde ich schade." Sie würde sich über mehr Radwege und öffentlichen Verkehr freuen. Die Arbeit geht dem Kinderbüro also nicht aus – auch in den nächsten 25 Jahren nicht.