Frau Reppert-Bismarck, warum haben Sie Lie Detectors gegründet?
JULIANE VON REPPERT-BISMARCK: Ich war selbst jahrelang Journalistin. 2016 fiel mir auf, dass es immer mehr Nachrichtenskepsis gab und weniger Verständnis dafür, wie guter Journalismus überhaupt funktioniert. Und das in einer Zeit von Millionen von Quellen. Ich hatte ein Aha-Erlebnis im Gespräch mit einer 13-Jährigen und gemerkt, dass junge Menschen wahnsinnigen Appetit auf Information haben, aber nicht bei Quellen unterscheiden. Sie sagen nicht, ich habe meine Informationen über die Kleine Zeitung, sondern über "Insta". Da dachte ich mir, Kinder brauchen ganz simple journalistische Werkzeuge. Ich habe eine Organisation gesucht, aber es gab nichts. Daher habe ich Lie Detectors gegründet. Wir bilden Journalistinnen und Journalisten weiter, die dann Klassenbesuche machen und Kindern interaktiv Medienkompetenz vermitteln. Die Schüler sollen Informationen selbst auswerten lernen. Wir haben zum Glück Förderer und können eigenständig, politisch unabhängig arbeiten.