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Causa LKH Süd-WestExpertenkommission will sich genügend Zeit geben

Am Freitag konstituierte sich in Graz die Kommission zur Aufklärung der angeblichen Misshandlungsfälle am LKH Graz-Südwest. Deren Leiter Alfred Stingl erhofft sich nachhaltige Ergebnisse.

Die Kommission: Ingrid Tscherner, Erwin Schwentner, Alfred Stingl, Landesrat Christopher Drexler, Christa Rados, Renate Skledar, Johannes Koinig. Nicht im Bild: Buonaventura Holzmann © Wilfried Rombold
 

Am Freitag hat ist in Graz erstmals jene Expertenkommission zusammengetreten, die die Vorkommnisse in der Abteilung für Alterspsychiartrie am LKH Graz-Südwest, Standort Süd, aufklären soll. Geleitet wird diese vom Grazer Altbürgermeister Alfred Stingl. Bis zum Jahresende will die Kommission einen Zwischenbericht vorlegen, daraus soll sich dann die weitere Vorgehensweise ergeben. "Die Probleme sind so dicht, dass wir nicht sagen können, vor dem Fasching sind wir fertig", merkte Stingl an. Das Ergebnis der Untersuchungen solle auch nachhaltig sein und Verbesserungen sowohl für die Patienten als auch für das Personal bringen.

Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) sagte bei der Präsentation der Kommission, er erhoffe sich von der Tätigkeit auch Vorschläge für die Zukunft. "Es ist nicht selbstverständlich, dass die Experten praktisch in ihrer Freizeit ihre Expertise in solch einem sensiblen Thema zur Verfügung stellen. So ist etwa Kommissionsmitglied Erwin Schwentner, der ehemalige Senatspräsident des Oberlandesgerichts Graz, auch der Vorsitzende der Kommission zu Klärung der Vorfälle im Jahr 2010 im Landespflegeheim Schwanberg gewesen. Drexler sagte, ihm gehe es über die strafrechtlichen und personellen Konsequenzen hinaus - drei Mitarbeiter der Klinik wurden gekündigt, eine Pflegerin versetzt - um neue Ansätze. "Das ist im Interesse jetziger und künftiger Patienten. Es ist strukturell und systemisch etwas schiefgelaufen. Was ist nun zu tun, damit die Beschäftigten im beanstandeten Bereich nicht in solches Verhalten kippen? Aus dem Zwischenbericht sollen sich auch neue Vorgangsweisen ergeben", sagte der Landesrat.

Alfred Stingl leitet die Kommission

"Es geschieht so viel Gutes in unseren Spitälern und Seniorenheimen, dass dieses Gute nicht im Fehlverhalten von drei, vier Personen überschattet werden soll", warnte Stingl vor einer Art Gesamtverurteilung des Personals. Es gehe auch um die Frage, wie man die "Pflege gerade in so schwierigen Kliniken wie der Alterspsychiatrie mit aufkommender, dauerhafter und sich verschärfender Demenz gestaltet. Wir müssen sogenannte Kleinigkeiten zu Hauptthemen machen, Hygiene, Essen und Begleitung in diesen Situationen, und wie wir die Familien vielleicht doch intensiver in die Prozesse einschalten", sagte der Altbürgermeister. Stingl sprach in diesem Zusammenhang auch das "Erkennen von Gewalt an älteren Menschen" in diversen Einrichtungen an. 

Volle Transparenz

Stingl kündigte als ersten Schritt ein Zusammentreffen mit der Klinikleitung und der Personalvertretung an. Auf freiwilliger Basis seien alle Mitarbeiter eingeladen, mit der Kommission Kontakt aufzunehmen und ihre Erfahrungen mitzuteilen. "Wir wollen uns anbieten, dass die Betroffenen das Gefühl haben, wir stehen auf ihrer Seite", so der Altbürgermeister.

Gesundheitslandesrat Drexler betonte, der Kages-Vorstand und die Klinikleitung habe ihm volle Kooperation zugesichert. Gerüchte, wonach es eine Mauer des Schweigens gebe, könne er jedenfalls nicht bestätigen. Auch er lade alle Mitarbeiter ein, ihre Wahrnehmungen mitzuteilen. Auf die Frage, wohin sich Mitarbeiter wenden könnten, sagte Patientenombudsfrau Renate Skledar: "Unsere Stelle eignet sich sehr gut dazu. Es hat ja auch schon Kontakte gegeben." Landesrat Drexler sicherte volle Transparenz zu. Der Zwischenbericht der Kommission werde öffentlich gemacht.

Anlaufstelle

Die PatientInnen und Pflegeombudsschaft Steiermark ist in der Friedrichgasse 9, 8010 Graz angesiedelt und über Tel. 0316 877-3350 oder -3318 oder -3191 oder: ppo@stmk.gv.at erreichbar.

Zur administrativen Unterstützung wird der Expertenkommission die Abteilung 8 (Gesundheit, Pflege und Wissenschaft) des Landes als Geschäftsstelle zur Verfügung gestellt, erklärte Drexler.

 

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