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Bis 1. August64 Bischöfe zu Besuch auf Schloss Seggau

Die Oberhirten gehören der charismatischen Fokolar-Bewegung an, die ihr alljährliches Treffen dieses Mal auf Schloss Seggau abhält.

Schloss Seggau
Schloss Seggau © Sonntagsblatt/Gerd Neuhold
 

64 Bischöfe, die der Fokolarbewegung nahestehen, treffen sich in dieser Woche in der Steiermark: Die Kirchenführer aus 31 Ländern und vier Kontinenten, darunter auch Kurienkardinäle und Apostolische Nuntien, sind seit Montag zehn Tage lang zu ihrem Jahrestreffen auf Schloss Seggau versammelt. Gastgeber Bischof Wilhelm Krautwaschl wird am Samstag, 28. Juli, um 11 Uhr in der Basilika Seckau mit den Teilnehmern und allen Anwesenden einen Gottesdienst feiern. Bereits am 25. Juli empfängt Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer die Bischöfe in der Alten Universität in Graz.

Die Tradition der sommerlichen Bischofstreffen geht auf Fokolar-Gründerin Chiara Lubich (1920-2008) zurück; der frühere Aachener Bischof Klaus Hemmerle (1929-1994) war lange Zeit Initiator und Moderator dieser Begegnungen mit bewusst privatem Charakter, die jeweils an unterschiedlichen Orten stattfinden. Ziel für die Teilnehmer ist es, "das Charisma der Einheit zu vertiefen, den Austausch unter Bischöfen auf Weltebene zu pflegen und einige Tage in brüderlicher Gemeinschaft zu verbringen", berichtete Stefan Ulz, Koordinator des Bischofstreffens vor Ort.

Weltweite Bewegung

Die Fokolarbewegung gehört zu den neueren geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen christlichen Ursprungs. Gegründet am 7. Dezember 1943 in Trient und seit 1962 päpstlich bestätigt, zählt sie heute rund 140.000 Mitglieder in 182 Ländern. Zudem stehen rund zwei Millionen Menschen - darunter auch Angehörige anderer Weltreligionen und Menschen ohne religiöses Bekenntnis - mit ihr in Verbindung oder unterstützen einzelne Projekte.

In Österreich besteht die Gemeinschaft seit über 50 Jahren und zählt derzeit 1.300 Mitglieder und über 20.000 Sympathisanten.Im Zentrum der Spiritualität der Fokolarbewegung steht der Auftrag Jesu zur Einheit, weshalb sich die Mitglieder um lebendige Beziehungskultur, Respekt, Toleranz, Verständigung und friedvolles Miteinander einsetzen. Wichtiges Element ist seit Beginn der Bewegung der Impuls aus dem Evangelium, wozu jedes Monat ein Satz aus der Heiligen Schrift ausgewählt und mit einem exegetischen Kommentar und einer Anleitung zur Umsetzung ins tägliche Leben in über 90 Sprachen und Dialekte übersetzt wird. Die aus dem Italienischen stammende Bezeichnung "Focolare" (Herd) verweist auf die Feuerstelle der Bauernhäuser in italienischen Bergdörfern, die als einstige Versammlungsstätte Sinnbild für Wärme und Geborgenheit einer Familie ist.

Gelebtes Miteinander

Eine große Bandbreite von Initiativen geht auf die Fokolarbewegung zurück, darunter vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, der Familienarbeit, im Engagement für ausgegrenzte und benachteiligte Menschen, in der Flüchtlingsarbeit sowie im ökumenischen und interreligiösen Miteinander. Die Koordination der regionalen und nationalen Aktivitäten liegt in den Händen eines Regionalrates, dem jeweils eine Frau und ein Mann gemeinsam vorstehen, während auf Weltebene seit dem Tod der Gründerin Lubich 2008 Maria Voce die Präsidentin ist.

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