Zugunglück in NiklasdorfBahnstrecke wurde teilweise wieder freigegeben

Unfallursache dürfte laut Zeitungsbericht menschliches Versagen sein. Lokführer des Regionalzuges soll Haltesignal ignoriert haben. Staatsanwaltschaft bestätigt das nicht. Seit Mittwoch, 20 Uhr rollen wieder Fernverkehrszüge durch Niklasdorf.

Am Dienstag wurde mit der Bergung der Züge begonnen © Michael Wappl
 

Nach dem schweren Zugunfall mit zwei Personenzügen im Bahnhof Niklasdorf am Montag zeichnet sich laut einem Zeitungsbericht ab, dass ein menschliches Versagen das Unglück mit einem Todesopfer und 28 Verletzten ausgelöst hat. Offenbar sei der Lokführer des CityJets-Regionalzugs nach einem Halt am Bahnof zu früh losgefahren.

Über diese Unfallversion berichtet die Tageszeitung "Kurier". Demnach hatte eine Baustelle im Bahnhofbereich den Fahrdienstleiter dazu veranlasst, den durchfahrenden EuroCity nach Saarbrücken über ein Nebengleis zu führen. Der CityJet hätte diesen Zug abwarten sollen. Doch offenbar setzte sich dieser trotz fehlender Freigabe in Bewegung. Zunächst waren die beiden Personenzüge sogar auf Frontalkollisions-Kurs gewesen, an einer Weiche rammte die Lok des Regionalzugs mit relativ geringer Geschwindigkeit einen Waggon des deutschen Zugs schließlich seitlich. Der Wagen wurde auf der Seite aufgerissen, eine 58-jährige Insassin aus Deutschland kam dabei ums Leben.

Bergung des Unglückszuges

Die Staatsanwaltschaft Leoben bestätigt auf Anfrage der Kleinen Zeitung die dargestellte Version nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt. "Es sind recht aufwendige Ermittlungen, und bevor der Sachverständige und die Unfallkommission nicht fertig sind, können wir dazu gar nichts sagen", erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Walter Plöbst. Auch bei den ÖBB wollte man zur Ursache keine näheren Angaben machen. Die Einvernahmen des technischen Personals seien im Laufen, wie etwa Fahrdienstleiter. Die beiden Lokführer stünden unter Schock, nähere Befragungen habe es noch nicht gegeben. Beide Lokführer seien Österreicher, sagte ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger zur APA.

Weiter Schienenersatzverkehr

Zweit Tage lang war die Südbahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Bruck an der Mur und Leoben komplett unterbrochen. Sie wurde laut Homepage der ÖBB aber am Mittwoch 20 Uhr zumindest für den Fernverkehr wieder freigegeben. Für den Regionalverkehr gibt es vorerst weiterhin einen Ersatzverkehr mit Autobussen zwischen Bruck/Mur und Leoben-HBF. Die Gleiskörper seien im Bereich der Unfallstelle nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen worden wie befürchtet. "Das müssten wir rasch wieder hinkriegen", meinte der Sprecher.

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Danke für Ihr Verständnis.

Butterkeks
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...

Würde die ÖBB mal etwas mehr Geld in Sicherheitseinrichtungen am Gleis investieren und weniger in sinnlose Bahnhofsumbauten die kein Mensch braucht, dann wären solche Unfälle nicht mehr möglich.

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WernStein
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Eigentlich richtet sich....

.. der Kommentar von selbst. Möglicherweise hat Butterkeks etwas zu viel Hitze abbekommen.
Ahnungsbefreit ist er auf jeden Fall!

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minerva
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Eisenbahnexperte...

oder doch nur ein ... ??

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aberEigentlich
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...

1.) In Anbetracht der vermuteten Ursache - menschliches Versagen - eine sinnlose Aussage.
2.) Gerade bei Bahnhofsumbauten wird meist auch die Technik vor Ort auf Stand gebracht, d.h. auch Sicherheitseinrichtungen.
3.) Solange die Ursache nicht genauer untersucht wurde sind das alles nur Vermutungen. Ein Untersuchungsbericht wird schon zeigen was der Auslöser und auch was die Hintergründe waren.

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kropfrob
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@aberEigentlich ...

... zu Ihrem Punkt 1: gerade wegen dem menschlichen Versagen wäre es wünschenswert, die Technik besser auszubauen. Denn m. V. kann man nie komplett ausschließen, aber die Techink kann das in vielen Fällen abfangen.

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contax
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Lokführer des zweiten Zuges soll Haltesignal ignoriert haben. Staatsanwaltschaft bestätigt das nicht.

Fuhr der Lokführer des CityJets zu früh los?
"Es sind recht aufwendige Ermittlungen, und bevor der Sachverständige und die Unfallkommission nicht fertig sind, können wir dazu gar nichts sagen", erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Walter Plöbst.

Also bitte keine Vorverurteilungen in den Raum stellen und warten, bis Gewissheit herrscht und dann berichten.

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