Mit ''Heil Hitler'' durch GrazDie wirre Welt des Friedrich F.

Nach den tödlichen Schüssen auf seine Nachbarn ist Friedrich F. auf der Flucht. Der Bienenzüchter aus Stiwoll fühlt sich als Opfer. Sein Feindbild sind Richter, Staatsanwälte, Beamte.

Damit sorgte Friedrich F. in Graz für großes Aufsehen © Tom Neffe
 

Sein Hass auf Justiz, Behörden, die Rechtsanwaltskammer, Politiker und Medien ist grenzenlos. Seit Jahren schon kennt man Friedrich F. bei der Bezirkshauptmannschaft – im negativen Sinn. „Er ist uns bestens bekannt“, bestätigt Burkhard Thierrichter, Bezirkshauptmann von Graz-Umgebung. Immer wieder hatte die Behörde mit ihm zu tun. Es ging um Wasser- und Wegerechte.

Auf seiner Homepage greift er politische Parteien, Staatsanwälte und Richter an. Er unterstellt ihnen Verschleppung von Verfahren, Betrug, Fälschung, Abzocke. „Friedrich F. heißt der Bedauernswerte, der sich auch bei den Identitären herumtreibt. Als Verfolgter fühlt er sich von Staatsanwaltschaft und Rechtsanwaltskammer um seine Rechte betrogen“, schreibt er über sich.

 

KK
Eine seiner Protestfahrten mit dem Traktor © KK

Aufsehenerregend waren seine Protestkundgebungen: So warf er Flugblätter auf die Abgeordneten im Parlament. Er fuhr mit seinem Traktor und der Aufschrift „Heil Hitler“ vor dem Grazer Landesgericht vor und mit selbiger Aufschrift auf seinem Auto durch Graz.

Der Journalist Tom Neffe führte im Vorjahr mit Friedrich F. ein langes TV-Interview: „Er hat mir erklärt, er sei kein Nazi, vielmehr sei es ihm darum gegangen, mit der Heil-Hitler-Aufschrift Aufmerksamkeit zu erregen“, erinnert er sich. Und: „Auf mich wirkte er wie ein Spinner, aber ich hätte mir damals nie vorstellen können, dass er jemanden umbringt.“

Friedrich F. in einem seiner Protest-Videos Foto © Screenshot

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