Er war einer der prägenden Journalisten des Landes, Zeitzeuge vieler wichtiger Ereignisse und Umbrüche der Zweiten Republik und hat über lange Jahre hinweg die Geschicke der Kleinen Zeitung gestaltet. Nun ist der ehemalige Chefredakteur Erwin Zankel kurz nach der Vollendung seines 85. Lebensjahres in Graz gestorben.

Mehr als acht Jahre, von 1998 bis 2006, hat der renommierte Innenpolitiker die Kleine Zeitung nicht nur als Chefredakteur, sondern auch als Verantwortlicher in der Geschäftsführung entscheidend dazu beigetragen, dass die Kleine Zeitung in der Steiermark eindeutig auf dem ersten Platz rangiert und dass sie zur zweitgrößten Kaufzeitung in Österreich geworden ist, deren Gestaltung international mit Preisen anerkannt wurde.

In die Redaktion der Kleinen Zeitung eingetreten war der Sohn eines Werksdirektors aus Thörl und promovierte Jurist nach ersten journalistischen Aktivitäten in der Hochschülerschaft und einer kurzen Zwischenstation als Pressereferent der ÖVP Steiermark bereits mehr als 30 Jahre zuvor, im Jahr 1965.

Als wachsamer und kritischer Beobachter der Landespolitik sorgte er rasch für die steirische Breite im Kleinformat. Zu einem besonderen Schwerpunkt wurde die von ihm verfasste landespolitische Rubrik „Hakelzieh’n“.

Als die „Kleine Zeitung“ 1968 den bis dahin in Wien verlegten „Grazer Montag“ kaufte, gestaltete der mit seiner Leitung betraute Zankel das Blatt zur siebenten Ausgabe der „Kleinen Zeitung“ um.

In den folgenden Jahren widmete sich Zankel neben seiner Tätigkeit in der Landes- und Innenpolitik zunehmend auch der Wirtschaftsjournalistik, wobei er zu einem Fachmann für die Problematik der Verstaatlichten Industrie in Österreich wurde.

1982 wurde Zankel zum Ressortchef für die Innenpolitik ernannt, 1994 zum stellvertretenden Chefredakteur. Mit 1. Jänner 1998 wurde er schließlich zum Chefredakteur und Verlagsleiter der „Kleinen Zeitung“ Graz/Klagenfurt bestellt, 1999 zum Geschäftsführer der „Kleinen Zeitung GmbH & Co KG“.

Mit 1. April 2006 ging Zankel nach 41 Dienstjahren in Pension. Der Kleinen Zeitung blieb er weiterhin als Autor von pointierten Außensichten verbunden. Die letzte verfasste er am 1. Februar zum brüchigen Sieg des steirischen Bauernbundes bei der Kammerwahl.

2020 wurde er für sein Lebenswerk als Journalist des Jahres ausgezeichnet.

Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Familie, seiner Frau Ilse, seiner Tochter Elisabeth und den Enkeltöchtern.

Danke, lieber Erwin Zankel, für alles!

Ein ausführlicher Nachruf folgt.