Fünf Projekte zum Hochwasserschutz hat sich der Landesrechnungshof 2018 angesehen: Weißenbach, Kroisbach, Labuchbach, Lauslingbach und Meßnitzbach. Ein Kernsatz damals: „Trotz Vorliegen von Projekten, bei denen sämtliche Förderungsvoraussetzungen erfüllt waren, kam es zu zeitlichen Verzögerungen.“ Sei es, weil das Geld fehlte oder da sich notwendige Grundstücke nicht ablösen ließen. Davon können Gemeinden wie Übelbach und Deutschfeistritz bis heute ein Lied singen.

2018: 12 Jahre Dauer bis zum Bau

Zwischen der ersten Schritten und dem tatsächlichen Baustart vergingen mehr als zwölf Jahre, merkten die Prüfer damals kritisch an. Der tatsächliche Bau war hingegen im Zeitplan. 14 Empfehlungen hat der Landesrechnungshof (Leiter: Heinz Drobesch) ausgesprochen, nun untersuchte man deren Umsetzung.

2026: Elf Jahre Dauer bis zum Bau

Mittlerweile vergehen durchschnittlich elf Jahre zum tatsächlichen Baustart, das sei „nicht wesentlich kürzer als zuvor“. Die so wichtige Verkürzung der Genehmigungs- und Planungsphase bleibt eine Baustelle. Das liegt nicht nur am Land – Stichwort Grundstücksablösen. Untersucht wurden dieses Mal die Projekte Messendorferbach (Graz), Hocheggergerinne (Rosental an der Kainach), Schöcklbach Unterlauf, Lafnitz (Neudau) und Raßnitzbach (Kobenz) sowie Oedter Bach (Feldbach).

Beispielhaft: 2005 ging der Auftrag zur Hochwasseruntersuchung in puncto Messendorferbach hinaus, der Bau startete im November 2022 und war ein Jahr darauf fertig. Am „schnellsten“ ging es beim Oedter Bach (Feldbach): Knapp zehn jahre lagen zwischen erster Studie und Baustart.

Transparenz verbessert

Von den Empfehlungen 2018 wurden durchaus einige umgesetzt. So etwa eine „transparente Prioritätenreihung“ und jener, die Dringlichkeit mehr zu berücksichtigen ist. Nur die Abteilung für Wasserwirtschaft betrachtet, vergehen „im Durchschnitt knapp 1,8 Jahre bis zum Start der Baumaßnahmen“.

Heinz Drobesch, Landesrechnungshof
Heinz Drobesch, Landesrechnungshof © KLZ / Lrh

Aber diese Abteilung ist nur eine von vielen Stellen. Zuständig für die Projekte sind die Gemeinden, das Land (Wasserwirtschaft, derzeit bei Simone Schmiedtbauer, ÖVP) und diverse Bundesstellen. 2026 werden rund 50 Millionen Euro „in den Schutz vor Naturgefahren investiert“, so die Landesrätin.