An den heimischen Zapfsäulen hat sich der Krieg im Iran bereits deutlich niedergeschlagen, die Spritpreise haben einen Sprung nach oben hingelegt. Auch Erdgas ist in den vergangenen Tagen preislich in die Höhe geschossen. Wohin die Entwicklung noch geht, hängt freilich vom weiteren Verlauf der Krise in Nahost ab. Die steirische Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) rechnet jedenfalls noch mit „gravierenden Folgen für die Preisentwicklung bei fossilen Energieträgern“, sollte die Straße von Hormuz länger gesperrt oder der dortige Schiffsverkehr stark beeinträchtigt bleiben. Auswirkungen könne das auch auf die nächste Heizsaison haben, zumal ab dem kommenden Monat die Befüllung der Gasspeicher für den Winter 2026/27 starten soll.

Anders als ihre Parteifreunde in Niederösterreich – Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Vize Stephan Pernkopf – spricht sich Schmiedtbauer allerdings nicht für ein Aussetzen der CO2-Bepreisung oder eine Senkung der Mineralölsteuer aus. Der rasante Preisanstieg erinnere auf tragische Weise an das Jahr 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, so die Landesrätin. Die Antwort darauf könne nur der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energie sein. „Jede Kilowattstunde, die wir selbst erzeugen, macht uns unabhängiger vom Weltmarkt und von geopolitischen Krisen“, sagt Schmiedtbauer.

Mehr Tempo für Großprojekte

Eine „entschlossenere Umsetzung“ großer Energieprojekte sei deshalb unumgänglich. Dazu gehören für Schmiedtbauer unter anderem das Geothermieprojekt für Graz, der Sonnenspeicher Süd in Wildon, der Pumpspeicher am Salza-Stausee des Verbund aber auch das umstrittene Koralmkraftwerk. Zumindest für letzteres sieht es allerdings kaum nach einer baldigen Umsetzung aus – das Projekt liegt nach einem negativen Bescheid des Bundesverwaltungsgerichts derzeit im Zuge einer außerordentlichen Revision der Projektwerber vor dem Verwaltungsgerichtshof.

Tatsächlich so gut wie fertiggestellt ist das neue Sachprogramm für den weiteren Windkraftausbau im Land. Dieses sieht zusätzliche Vorrangzonen für Windparks vor. „Die im Programm vorgesehenen Produktionskapazitäten werden die (im Regierungsprogramm, Anm.) angekündigten 400 Megawatt sogar noch übertreffen“, sagt Schmiedtbauer. Dass dieser Kurs Wirkung zeige, lasse sich am steirischen Öl- und Gasverbrauch ablesen, der im Vorjahr um 4,8 bzw. 2,4 Prozent gesunken sei. Vom Bund fordert Schmiedtbauer eine rasche Einigung beim Erneuerbare-Gase-Gesetz, um das seit Jahren gerungen wird.