Es war eine illustre Gästeschar, die da am Freitag, dem 27. Februar, schon frühmorgens von Wien aus aufbrach, um eine ganz besondere Zugfahrt zu zelebrieren – die Jungfernfahrt der Westbahn auf der Südstrecke.

Das Ziel war Villach. Villachs Bürgermeister Günther Albel und sein Stadtmarketingchef Pierre Bechler waren schon am Vortag in die Bundeshauptstadt gereist und hatten sich bei ihrem Villacher „Landsmann“, dem Unternehmer Hans Schmid in dessen Grinzinger Heurigen „Mayer am Pfarrplatz“ für die historische Zugfahrt gestärkt. Dass mit der Westbahn nun auch ein privater Anbieter die Südstrecke befährt, freute Albel sehr. „Jede zusätzliche Verbindung wertet Villach als Verkehrsknotenpunkt auf“, sagte der Stadtchef. Schelmischer Nachsatz. „Das haben ja auch schon die Römer gewusst.“

Westbahn-Eigentümer Hans Peter Haselsteiner und die beiden Geschäftsführer Marco Ramsbacher und Thomas Posch genossen bei prächtigem Reisewetter ebenfalls die Premierenfahrt. Im Gepäck hatten sie für ihre Reisebegleiterinnen und Reisebegleiter, wie die ehemalige Außenministerin Ursula Plassnik, Valentin Inzko, den ehemaligen Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, Werzers-Hausherr Hans-Werner Frömmel, Kärntens Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig, Christina Traar, Kleine Zeitung-Chefredakteurin Wien, Ex-Raiffeisen-Boss Christian Konrad, Ex-ORF-Chef und Rapid-Präsident Alexander Wrabetz, Klagenfurts Dompfarrer Peter Allmaier oder die ehemaligen ORF-Größen Claudia Reiterer und Eugen Freund, ein buntes Kulturprogramm, das für Kurzweil sorgte.

Für große Augen sorgte am Grazer Hauptbahnhof Aron Stiehl. Der Intendant des Klagenfurter Stadttheaters stieg nämlich mit einem Pferd zu. „Unser Theaterpferd hatten wir an die Grazer Oper ausgeliehen, jetzt nutzen wir die Gelegenheit, um es nach Klagenfurt zurückzubringen“, verriet der als Dompteur gekleidete Stiehl mit einem Schmunzeln.

In den Waggons versüßte man der Reisegesellschaft mit lukullischen Häppchen und Champagner die Fahrt über den Semmering und durch die Koralm. Mit Champagner stießen dann zwischen Klagenfurt und der Endstation Villach auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, sein designierter Nachfolger Daniel Fellner sowie Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig an. Aus gutem Grund übrigens: Schuschnig und seine Ehefrau Kerstin waren zwei Tage zuvor zum zweiten Mal Eltern geworden. „Teresa heißt meine Tochter“, verriet der Landesrat hörbar stolz. In Villach empfing man den Westbahn-Zug dann mit zünftigen Blasmusikklängen und die Reisenden mit Kärntner Kasnudeln.