Unwetterwarnung, Wind, Starkregen. Ein kräftiges Gewitter mit Graupelschauern ist Donnerstagnachmittag über Graz und Teile der Oststeiermark hinweggezogen – ein weiterer Beleg für die derzeit unbeständige Wetterlage in der Steiermark. „Noch haben wir einige Tiefdrucksysteme, die sich im steirischen Umfeld bewegen“, erklärt Meteorologe Friedrich Wölfelmaier von der GeoSphere Steiermark. „Darum ist alles dabei, von Gewitter bis zu gefrierendem Regen.“
Betroffen war aber nicht nur die Landeshauptstadt, sondern weite Teile der Steiermark. Bester Beweis: Das Bundesland führt die österreichweite Blitzstatistik um 19.50 Uhr mit 4305 Meldungen vor dem Burgenland mit 118 Blitzen an.
Steiermark führt Niederschlags-Ranking an
Auch bei den Niederschlagsmengen sieht steirische Gemeinden bundesweit im Spitzenfeld. Bis 19.50 Uhr wurden 49,7 Millimeter in Hartberg gemessen, Laßnitzhöhe meldet 47,4 Millimeter, Kindberg 41,2. Bei der Uni-Graz waren es immerhin 25,2 Millimeter. In der Oststeiermark mussten mehrere Feuerwehren zu Pumparbeiten ausrücken. Mittlerweile konnten beinahe alle Feuerwehren in der Steiermark wieder einrücken, zwar ziehen nach wie vor Regenschauer über die Steiermark, der Starkregen hat sich jedoch gelegt.
Zahlreiche Feuerwehreinsätze
Im Raum Hartberg mussten infolge des Starkregens mehrere Feuerwehren ausrücken – zahlreiche Keller wurden überschwemmt. Ähnliches gilt für den Süden von Graz-Umgebung. Einzelne Verkehrsunfälle wurden aus der Oststeiermark und dem Raum Graz gemeldet. Besonders heftig war jener auf der A2 vor der Ausfahrt Hartberg in Fahrtrichtung Graz: Einem Fahrzeug wurden hier regelrecht zwei Räder herausgerissen, vier Verletzte wurden ins Krankenhaus eingeliefert, 20 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Autobahnauffahrt und -abfahrt in Hartberg wieder offen
Auf der A2, Südautobahn, kam es wegen der Wertverhältnisse von Graz Richtung Wien am Nachmittag auch abseits dessen zu Verzögerungen von bis zu 20 Minuten. Die Autobahnabfahrten in Hartberg sind in beide Richtungen bis auf Weiteres wegen Verklausungen infolge der Regenmassen gesperrt. Um 17 Uhr konnten die Sperren aufgehoben werden.
Wie sich das Wetter entwickelt
Aber wie geht es mit dem Wetter weiter? Auch am Freitag bleibt das Wetter in der Steiermark unbeständig. Viel Sonne ist nicht zu erwarten – der Kern des Tiefs liegt über Westösterreich und sorgt für dichte Wolkenfelder und wiederholte Regenschauer, teils begleitet von Gewittern.
Im Norden des Landes – vom Ennstal bis nach Mariazell – dominieren Regen und kühlere Temperaturen. Auch im Süden bleibt es mit 16 Grad eher frisch, wobei jederzeit mit Schauern gerechnet werden muss. Im Ennstal klettert das Thermometer kaum über 11 Grad.