„Ein geflohener Straftäter dürfte sich in der Steiermark aufhalten.“ Diese Meldung sorgte im August des Vorjahres für Aufsehen. Ein eineinhalb Wochen zuvor aus einer geschlossenen Klinik in Deutschland geflohener Straftäter sollte sich in der Grünen Mark vor der Polizei verstecken. Er war einer von vier Straftätern, die aus dem Bezirksklinikum Straubing geflüchtet waren. Dabei setzten sie sich ins Ausland ab und wurden mittels internationalem Haftbefehl gesucht. Kurze Zeit später wurde der Geflüchtete, ebenso wie ein weiterer Täter, tatsächlich in der Steiermark festgenommen und wieder nach Deutschland überstellt.

Die beiden anderen Flüchtigen konnten in weiterer Folge in der Türkei aufgegriffen werden. Wie „Der Spiegel“ berichtet, ist nun mit 24. Jänner auch der letzte Flüchtige wieder nach Deutschland gebracht worden. Der 28-Jährige hatte sich bis zuletzt mit verwaltungsrechtlichen Verfahren gegen seine Auslieferung gewehrt, letztendlich jedoch erfolglos: Er wurde abgeschoben und befindet sich nun, wie auch die anderen drei, in (Untersuchungs-)Haft.

Mitarbeiter angegriffen

Die Männer waren im vergangenen Sommer aufgrund von Eigentums- und Betäubungsmitteldelikten im Maßregelvollzug. Dort werden jene Menschen untergebracht, die aufgrund von Schuldunfähigkeit oder verminderter Schuldfähigkeit - etwa wegen einer psychischen Erkrankung oder einer Suchtkrankheit - nicht in den Strafvollzug und somit nicht in ein Gefängnis kommen. Dabei sollen die Straftäter einen Mitarbeiter des Klinikums angegriffen und ihn gezwungen haben, die Pforte zu öffnen.