Die Wahl ist geschlagen: Das Burgenland bleibt tiefrot. So kommt der amtierende Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil (SPÖ) auf rund 47 Prozent der Stimmen, verliert zwar somit die absolute Mehrheit, muss sich aber auch nicht fürchten, von einer blau-schwarzen Mehrheit aus dem Amt gewählt zu werden.

Steirische FPÖ zufrieden

In der steirischen FPÖ zeigt man sich trotz des verpassten Duells um den Landeshauptmannsessel, den Norbert Hofer für die Freiheitlichen erobern hätte sollen, dennoch zufrieden. „Herzliche Gratulation an die FPÖ Burgenland unter ihrem Spitzenkandidaten Norbert Hofer zu diesem hervorragenden Ergebnis. Quer über Österreich können sich die Menschen immer stärker mit freiheitlichen Inhalten identifizieren, das hat auch der heutige Wahlausgang bewiesen“, so der steirische FPÖ-Landesparteiobmann und Landeshauptmann Mario Kunasek.

Mario Kunasek und Norbert Hofer
Mario Kunasek und Norbert Hofer © Wilfried Rombold

Die rund 23 Prozent, die Hofer eingefahren hat, sind für Kunasek ein Indiz dafür, dass es innerhalb der Bevölkerung einen „starken Wunsch nach politischer Veränderung“ gibt. Der steirische Landeshauptmann wünscht sich nun, dass die FPÖ auch im Burgenland mitregiert. Landesrat Stefan Hermann ist sogar „ziemlich sicher“, dass es eine blauen Vize-Landeshauptmann Hofer gibt.

Doskozil hat die Qual der Wahl

Ausgeschlossen ist das nicht. Denn Doskozil hält mit der SPÖ bei 17 von insgesamt 36 Sitzen im Landtag. Neben den Freiheitlichen, die nun bei neun Sitzen halten, kommen auch die ÖVP (acht Sitze) und die Grünen (zwei Mandate) als Partner infrage.

Bei der steirischen SPÖ, die vom Doskozil-Vertrauten Max Lercher angeführt wird, spricht man von einem „großartigen Ergebnis“. Der Steirer verbrachte den Wahlnachmittag auch persönlich bei seinen Genossinnen und Genossen in Eisenstadt. Der Erfolg Doskozils zeige laut Lercher, dass eine „Politik der klaren Kante auch während eines europaweiten Rechtsrucks auszahlt“. Zu einer möglichen Koalition äußerte sich Lercher nicht. Er meinte jedoch, dass man nun gezeigt habe, wie man den „Höhenflug der FPÖ und ihrem Populismus stoppt“.

Khom: „Kein Jubeltag“

„Das ist kein Jubeltag für die ÖVP. Ich glaube am Ende des Tages kann man sagen, der Trend hat sich fortgesetzt und wir als ÖVP müssen unsere Hausaufgaben machen“, reagierte die steirische ÖVP-Chefin und LH-Stellvertreterin Manuela Khom im ORF Steiermark nüchtern auf das deutliche Minus ihrer Parteifreunde. Mit Schuldzuweisungen hielt sie sich zurück. Dennoch ist für sie klar: „Der Wind aus Wien wird sich auch im Burgenland bemerkbar gemacht haben.“

Mehr Freude hatte da schon Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl. Sie glaubt, dass im Burgenland ein Umdenkprozess eingesetzt habe. „Das Ergebnis gibt Hoffnung für eine zukünftig fortschrittliche Landesregierung. Ich glaube, den Menschen wird klar, was es bedeutet, wenn blau-schwarze Mehrheiten unser Land regieren und eine soziale Klimapolitik nicht mehr vorkommt“, so Krautwaschl. Ihrer Kollegin Anja Haider-Wallner gratuliert sie. „In dieser schwierigen Ausgangslage den Wiedereinzug mit zwei Mandaten zu schaffen, ist großartig und ein positives Zeichen für die Grüne Bewegung insgesamt.“