Mit einem öffentlichen Aufruf wendet sich die Landessanitätsdirektion Steiermark an Personen, die sich Ende des Jahres an mehreren Orten im Mürztal aufgehalten haben. Denn: Eine an Masern erkrankte Person hat am 28. und 29. Dezember jeweils in der Nacht (nach 21 Uhr) den Ambulanzbereich des LKH Bruck aufgesucht. Am 29. Dezember hat sich dieselbe Person ab 23.45 Uhr auch im Wartebereich des LKH Mürzzuschlag aufgehalten, bevor sie dort stationär aufgenommen wurde. Außerdem hat die Person am 22. Dezember von 17 bis 19 Uhr eine Messe im Bethel Kindberg besucht, an der rund 50 Personen teilgenommen haben.

Personen, die sich in diesen Zeiträumen ebenfalls an diesen Orten aufgehalten haben, sollen ihren Gesundheitszustand genau beobachten, heißt es von der obersten steirischen Sanitätsbehörde. Denn Masern sind extrem ansteckend, eine infizierte Person kann mitunter bis zu 18 Personen anstecken. Bei Auftreten von Symptomen soll man den Hausarzt bzw. die Hausärztin kontaktieren – unbedingt nach telefonischer Anmeldung, bei der der Verdacht auf Masern angesprochen werden sollte.

Masern: Auf welche Symptome zu achten ist

Zu den ersten Symptomen zählen: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung und Lichtempfindlichkeit sowie sogenannte Koplik-Flecken. Das sind weißliche Flecken in der Mundhöhle, die meist zwei bis drei Tage nach Symptombeginn erkennbar sind. Etwa drei bis sieben Tage nach der Ansteckung bildet sich der charakteristische Hautausschlag mit den rötlichen Flecken, meist beginnt dieser im Gesicht bzw. hinter den Ohren und breitet sich von dort aus.

Normalerweise heilen Masern ohne weitere Folgen wieder ab, dennoch kann diese Erkrankung sehr gefährlich werden. Denn Masernviren können das Immunsystem über Monate schwächen, auch nach der akuten Phase der Erkrankung. In Folge können weitere Infektionen auftreten, etwa Mittelohr- oder Lungenentzündungen, da auch andere Krankheitserreger schlechter abgewehrt werden können. Eine von 1000 erkrankten Personen entwickelt zudem eine akute Gehirnentzündung (Enzephalitis), die bei 25 Prozent tödlich endet und bei einem Drittel zu bleibenden Schäden führt. Als subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) wird eine sehr seltene Gehirnhautentzündung bezeichnet, die erst Jahre nach der eigentlichen Infektion auftritt. Diese führt zu einer fortschreitenden Entzündung von Gehirn und Nervensystem und verläuft immer tödlich. Sie kommt bei einer bis fünf von 10.000 Infektionen vor.

2024 war ein extrem starkes Masernjahr in Österreich, im Vorjahr wurden laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) bundesweit über 540 bestätigte Masernerkrankungen erfasst, der überwiegende Teil im ersten Quartal. Zum Vergleich: 2023 wurden 186 Fälle im Meldesystem erfasst. Ein Grund, der die Fälle steigen lässt, sind Impflücken. Wie man herausfinden kann, ob man eine Masernimpfung benötigt, haben wir hier berichtet.