Die jährlichen Honorarverhandlungen zwischen der steirischen Ärztekammer und der ÖGK verlaufen anders als geplant. Denn wie bereits berichtet, hat die steirische Ärztekammer die Verhandlungen mit der ÖGK abgebrochen. Das Angebot der Kasse wurde abgelehnt und die Ärztekammer habe sich zurückgezogen. „Es ist eine Situation, die wir so noch nie erlebt haben", meinte Dietmar Bayer, Vizepräsident der steirischen Ärztekammer. Das ÖGK-Angebot würde den notwendigen Ausbau des niedergelassenen Bereichs nicht möglich machen. Die ÖGK erwartet im nächsten Jahr ein Defizit von bis zu 800 Millionen Euro. Harb hofft, dass bei den Regierungsverhandlungen im Bund Geld für den niedergelassenen Bereich frei gemacht werde.

Reaktion aus Wien

Mittlerweile schlägt die Thematik auch bis nach Wien hohe Wellen. Für Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, ist die steirische Situation „ein Vorbote einer Unfinanzierbarkeit des solidarischen Gesundheitssystems". Er fordere einen Runden Tisch von Kammer, Politik und ÖGK, um die Finanzierung der Gesundheitsversorgung abzusichern. Wenn der ÖGK das Geld ausgeht oder sie nicht bereit ist, es auszugeben, dann kann das dem sozialen und solidarischen Gesundheitssystem, das seit Jahren von der Politik ausgehungert wird, einen schweren Schlag versetzen“, meint er.