Herbstferien beiseite: Wie ist es um die Ganztagesbetreuung an steirischen Pflichtschulen bestellt? Die Neos fragten bei Bildungslandesrat Werner Amon (ÖVP) nach, nun liegen die Antworten vor.
Demnach standen dem Land für den Ausbau zuletzt jährlich 4,4 Millionen Euro des Bundes zur Verfügung. Seit 2020 waren es (gemäß Bildungsinvestitionsgesetz) rund 36 Millionen Euro.
Vom Schuljahr 20/21 (Stichwort Corona) abgesehen, haben die Steirer jedes Jahr fast alle Gelder vom Bund abholen können. Die Regionen betrachtet, schöpften Graz und Graz Umgebung die meisten Mittel ab. Im Schuljahr 21/22 flossen 6,8 Millionen Euro in die Ganztagesbetreuung an Volksschulen, rund 911.000 Euro an Mittelschulen und 68.400 Euro für andere Schulformen.
Es stockt
Warum die Steiermark nicht mehr Tempo beim Ausbau der Ganztagesbetreuung macht? An den Bewilligungsverfahren liegt es offenbar nicht: Laut Bildungsabteilung gibt es rund 360 bewilligte Standorte, aber „sehr viel weniger tatsächlich geführte Standorte“. Beispielsweise wären in der MS Haus, der VS Wartberg, der VS Stadl/Mur, der MS Vorau, der MS Premstätten oder der VS Heimschuh bewilligte Ganztagsschulformen aus Mangel an Anmeldungen nicht zustande gekommen. Das Limit liegt in der Regel bei mindestens 15 Kindern (in Ausnahmen auch weniger).
Liegt es am Geld? Im Schuljahr 2022/23 besuchten steirische 18.402 Kinder/Jugendliche eine ganztägige Schulform an Pflichtschulen. Die Landesförderung macht nur 30 Euro pro Kopf bzw. maximal 3000 Euro je Gruppe aus, rechnet das Land vor. Den Löwenanteil muss nämlich der Schulerhalter (Gemeinde) bezahlen.
Im Grunde bestimme das Angebot die Nachfrage. Dem Land wäre nicht bekannt, dass „Kinder keinen Platz in einer Ganztagesschule bekommen, wenn genügend Anmeldungen da sind.“ Anders gesagt: Eine Verbesserung der Ganztagsbetreuungsquote hänge nicht zuletzt vom Bedarf den Eltern ab.
Neos-Klubchef Niko Swatek bleibt freilich dabei: „Ein hochwertiges ganztägiges Bildungs- und Betreuungsangebot sollte im Jahr 2023 in der Steiermark Standard sein.“ Die Landesregierung müsse „endlich mehr Geld für die Ganztagesbetreuung in die Hand nehmen.“