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DopingskandalDeutscher Doping-Arzt mietete in Lillehammer während Weltcups ein Haus

Das nowegische Fernsehen deckte auf, dass der deutsche Arzt Mark S., der mutmaßliche Drahtzieher der Blutdoping-Affäre in Österreich, während des Weltcups in Lillehammer ein Haus gemietet haben soll. Und die Vermieterin will Max Hauke erkannt haben.

Ski nordisch, Langlauf, Doping, Norwegen
Das Haus in Lillehammer, dass angeblich von Mark S. gemietet werden soll © AirBnB/Screenshot
 

Das ist nahezu unglaublich: Im Zuge des in Seefeld nach der "Operation Aderlass" aufgeflogenen Dopingskandals recherchierte das norwegische Fernsehen NRK eine nahezu unglaubliche Geschichte. Demnach soll der vermeintliche Drahtzieher des Blutdoping-Rings, der Deutsche Arzt Mark S. aus Erfurt, rund um den Langlauf-Weltcup in Lillehammer Anfang Dezember des Vorjahres extra ein Haus nahe der Strecke angemietet haben. Und in diesem Haus soll auch Max Hauke, der wie Dominik Baldauf bereits Blutdoping gestanden hat, gesehen worden sein.

Die Gastgeberin des „AirBnB“-Quartiers jedenfalls identifizierte den Deutschen im norwegischen Fernsehen. Oder besser gesagt: Ein Mann namens "Mark S." mietete bereits im September das Haus, das nur wenige hundert Meter entfernt vom  Birkebeiner Skistadion liegt. Er erklärt laut norwegischem Fernsehen, dass er rund um den Weltcup der Langläufer in Lillehammer ist und direkt aus Rukka anreist, wo der Tross zuvor zu Gast ist. Birgit S., die Vermieterin, hat den Namen sogar gegoogelt und laut eigenen Angaben gegenüber "NRK" auch gewusst, dass der Mann einst Teamarzt vom Rad-Team Gerolsteiner in Deutschland gewesen sein soll.

Die Vermieterin erzählt dann eine lange Geschichte. Von ihrem ersten Besuch bei den Gästen, als sie von einem älteren Mann ins Haus gebeten wurde. Er stellte sich als Vater von Mark S. vor - Birgit S. soll ihn später auch mithilfe von Fotos als jenen Mann identifizieren, der in Seefeld festgenommen wurde, schreibt "NRK". Im Haus soll sich auch eine Dame befunden haben, die weniger begeistert vom Besuch der Eigentümerin gewesen sein soll.

Was das Vermieterehepaar noch erkannte: Es herrschte viel Verkehr, ein Kommen und Gehen von jungen Leuten, meist im Trainingsanzug. Schließlich begegnet sie einem von ihnen, als sie Müll nach draußen bringt, grüßt ihn auf englisch. Es soll der Steirer Max Hauke gewesen sein. „Er hat wie ein Athlet ausgesehen, sowohl vom Alter her als auch von seiner Physis und seiner Kleidung. Ich habe ihn getroffen und gegrüßt, er war aber offenbar nicht ganz glücklich damit, mich zu treffen, und hat eher steif zurückgegrüßt. Daher habe ich mir gedacht, dass ich mir das Gesicht merken muss“, schilderte Birgit S. im Fernsehen.

Und nach den Bildern der Razzia in Seefeld samt dem Video, das ihn bei der Verhaftung gezeigt hat, ist sich Birgit S. sicher: "Ich habe diesen überraschten Gesichtsausdruck schon einmal gesehen. Auch wenn ich nicht zu einhundert Prozent sicher sein kann." Nach dem Wochenende checkte die Frau auch das Appartement, sogar den Müll, fand aber nichts Verdächtiges. Aber sie gab auch der norwegischen Anti-Dopingkommission einen Tipp, den diese sogar verfolgte. Aber, so berichtet NRK, Mark S. soll damals schon unter Überwachung gestanden sein. . .

Screenshot, AirBnB
Die Bewertung von "Mark" nach dem Weltcup in Lillehammer © Screenshot, AirBnB

Was für diese Geschichte spricht: Ein „Mark“ schrieb nach diesem Wochenende, das Hauke übrigens Platz 71 im Sprint und Rang 20 über 15 Kilometer brachte, in die Bewertung des Quartiers: „Wir fühlten uns sehr wohl an diesem Platz. Die Aussicht durch das große Fenster über Lillehammer: unglaublich! Sehr nahe zum Ski-Stadion. Alles, was man braucht. Jederzeit wieder.“ Sätze, die rund um die aufgeflogene Affäre einen besonders bitteren Beigeschmack haben. Zusatz: "NRK" hat auch den User gecheckt, der die Beurteilung - aus Erfurt - geschrieben hat. Und man entdeckte, dass derselbe User einen weiteren Eintrag vorgenommen hat. An einem anderen Weltcup-Ort der Langläufer, als eben dort auch ein Rennen vonstatten ging.

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