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GesetzesübertretungenVorarlberger Grüne üben Kritik an Weltcup in Lech/Zürs

Der Skiweltcup in Lech/Zürs wird möglicherweise zum Politikum. Die Betreiber sollen im Zuge der Errichtung der Strecke eine ganze Reihe an Gesetzesübertretungen begangen haben - das kritisieren die Vorarlberger Grünen.

© APA/MAURICE SHOUROT
 

Nachdem die Betreiber der "Flexenarena" in Lech-Zürs im Zuge der Errichtung der Ski-Weltcup- und -Trainingsstrecke offenbar eine ganze Reihe an Gesetzesübertretungen begingen, haben die Vorarlberger Grünen nun scharfe Kritik geübt. "In Zürs wurde offenbar in Kauf genommen, dass man halt Strafe zahlt und die Bewilligungen hinterher eingeholt werden", so die Grüne Tourismussprecherin Nadine Kasper am Sonntag in einer Aussendung.

Eine diesbezügliche Anfragebeantwortung des zuständigen Umweltlandesrats Johannes Rauch (Grüne) sei in ihrer Eindeutigkeit doch überraschend. "Offenbar lag zum Zeitpunkt des jeweiligen Baubeginns - Schneedepot, Zufahrt zur Liftstation, Grabungsarbeiten für Flexenarena, Lichtmasten - keine einzige behördliche Bewilligung vor", kritisierte Kasper. Diese seien zum Teil erst nachträglich erteilt worden, manche würden immer noch fehlen.

"Das ist für jede und jeden, der jemals ein Haus gebaut, einen Schopf aufgestellt oder eine Garage errichtet hat, besonders empörend, weil in so einem Fall eine Reihe von Sanktionen erfolgen: Baueinstellung, Strafverfahren bis hin zum Abbruchbescheid", sagte die Tourismussprecherin. Für die Landtagsabgeordnete sind die Strafhöhen, die die Projektbetreiber zu erwarten haben, viel zu gering. "Dieses gesetzeswidrige Verhalten muss spürbare Konsequenzen haben", forderte sie.

Insgesamt gibt es fünf Anzeigen in der Causa, die Verwaltungsstrafverfahren laufen. Laut dem Bludenzer Bezirkshauptmann Harald Dreher ist noch nicht zu sagen, wie hoch die Strafen ausfallen werden. Die "Flexenarena" hätte am 13./14. November mit der Austragung alpiner Weltcup-Bewerbe ihre Feuertaufe erfahren sollen. Aufgrund von Schneemangel mussten die angesetzten Parallel-Bewerbe der Damen und Herren aber auf den 26. und 27. November verschoben werden.

Kommentare (2)
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dude
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6
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Kranker geht's nicht mehr!

Da wird wieder einmal eine teure Infrastruktur nur für ein einziges Skirennen errichtet, ohne sinnenhafte Nachnutzung! Von den massiven Eingriffen in die Natur ganz zu schweigen. Über die fehlenden Genehmigungen insb. die übergangene UVP werden die Gerichte entscheiden!

Ironie des Schicksals#1: Der Schneemangel zwingt zu einer Verschiebung!

Ironie des Schicksals#2: Aufgrund der Corona-Maßnahmen hätte es trotz des Riesenaufwandes keine Zuschauer beim Rennen gegeben!

Ironie des Schicksals#3: Aufgrund der aktuell massiven Corona-Verschärfungen und des Lockdowns im Tourismus, steht Zürs zumindest den ganzen November still und kein einziger privater Gast ist im Ort. Die Hotels müssen jetzt nur für die paar Hanseln im Skizirkus ein paar wenige Tage aufsperren und danach wieder komplett zusperren. Das ist sicher sehr wirtschaftlich...

Dass im Skiweltcup heuer die großen Sponsorengelder fließen, die das alles bezahlen sollen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!

Hoffentlich regt sich bald der Unmut in den eigenen Reihen der Tourismusbetriebe in Zürs! Das ist das einzige was gegen so einen Wahnsinn hilft!

georgXV
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2
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bitte NICHT vergessen !!!

die "Flexenarena" ist LEIDER KEIN Einzelfall !
Ähnliches könnte man zum Beispiel auch über das "Nachtrennen" in Schladming sagen oder über das größenwahnsinnige (für über 30000 Zuschauer) Fußballstadion in Klagenfurt.
Außer bei der EM 2008 (hier war es 3x ausverkauft), waren es in den letzten Jahren maximal - über das gesamte Jahr gesehen - insgesamt 30000 (zahlende ???) Zuschauer, die ins Stadion gegangen sind.