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Jürgen Kriechbaum"Skifahren ist weiterhin ein gefährlicher Sport"

Jürgen Kriechbaum, Rennsportleiter der ÖSV-Alpindamen, beschreibt seine Stimmung nach den Verletzungen als "sehr nachdenklich".

Jürgen Kriechbaum © GEPA pictures
 

"Das macht natürlich schon sehr nachdenklich. Die vielen Verletzungen trüben die Laune deutlich", sagte Jürgen Kriechbaum in einer ersten Reaktion gegenüber der APA. Der Rennsportleiter der ÖSV-Alpindamen muss nicht nur im weiteren Weltcup, sondern auch bei der WM mittlerweile auf gleich mehrere Topfahrerinnen wie Anna Veith und Stephanie Brunner verzichten. "Bitter. Denn der Druck ist bei einer WM ja trotzdem da", sagte Kriechbaum.

Grundsätzlich würde ihn jede Verletzung sehr treffen, egal ob absolute Leistungsträgerin oder nicht, betonte Kriechbaum. "Aber wenn Spitzenleute fehlen, ist es natürlich auffälliger." Skifahren sei weiter ein gefährlicher Sport und man müsse sich des Risikos bewusst sein. "Vor allem, wenn man Spitzenleistungen einfordert. Man kann sich dem nicht entziehen."

Material-Diskussionen kommen schnell auf

Vor allem bei der im Juni 30 Jahre alt werdenden Anna Veith sind Sorgen, ob die schon mehrmals schwer verletzt gewesene Salzburgerin auch diesen Rückschlag nun überwindet. "Sie könne sich nicht vorstellen, in vier Jahren noch dabei zu sein", hatte die Salzburgerin zuletzt bei den Heimrennen am Semmering gemeint. Während ihrer langer Verletzungspause davor habe sie gespürt, dass es noch nicht vorbei sei. "Wichtig ist deshalb vor allem, dass ich gesund bleibe."

 

Ski alpin: Die verletzten Damen

Elisabeth Kappaurer: Schien- und Wadenbeinbruch linker Unterschenkel beim RTL-Training in Saas Fee (Schweiz) Ende September

(c) APA/EXPA/JOHANN GRODER (EXPA/JOHANN GRODER)

Sabrina Maier: Schien- und Wadenbeinbruch bei Speed-Training Mitte November in Copper Mountain (USA)

(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)

Christine Scheyer: Kreuzband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie sowie Impressionsfraktur des Oberschenkels, erlitten am 2. Dezember im Super-G von Lake Louise

(c) AP (Alexandra Wey)

Cornelia Hütter: Knorpelfraktur an rechter Oberschenkelrolle, erlitten am 2. Dezember im Super-G von Lake Louise. 5 Wochen Pause

(c) AP (Frank Gunn)

Katharina Gallhuber: Riss vorderes Kreuzband und Innenmeniskusriss im rechten Knie am 14. Dezember beim Slalom-Training auf dem Semmering

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Mario Kneisl)

Rosina Schneeberger: Außenknöchelfraktur und Operation nach Sturz bei Europacuprennen in Zauchensee im Dezember und acht Wochen Pause

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Wolfgang Grebien)

Stephanie Brunner: Kreuzband- und Innenmeniskusriss links beim RTL-Training am 11. Jänner in Pozza di Fassa

(c) GEPA pictures/ Harald Steiner

Anna Veith: Kreuzbandriss rechts beim RTL-Training am 12. Jänner in Pozza di Fassa

(c) GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber
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Das Wissen um die Möglichkeit einer Verletzungen und damit umzugehen, sei als Skirennläuferin unumgänglich, erklärte Kriechbaum. "Alle sind damit konfrontiert, viele hatten selbst schon Verletzungen. Man muss das einfach ausblenden, sonst bremst man runter."

Ob die manchmal ähnlichen Verletzungsmuster auch auf das Material zurückzuführen sind, ließ Kriechbaum offen. Im Damenbereich hatte man seinerzeit die Radius-Änderungen der Rennski bei weitem nicht so extrem betrieben wie bei den Herren.

"Material-Diskussionen kommen speziell bei Verletzungen nach Bagatell-Stürzen schnell auf", so Kriechbaum. Der Ski-Radius sei aber nur ein Teil der Frage. "Man muss sich auch die Kraftübertragung und den Dämpfungsmechanismus ansehen", sprach der erfahrene Coach etwa auch das ganze System Bindung, Platte, Skischuh an.

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