ZiB2-InterviewEx-Skiläuferin Werdenigg: "Kein Vertrauen zum ÖSV"

Die von Österreichs Skiverband als Reaktion auf die auftauchenden Missbrauchsvorwürfe eingesetzte Expertenkommission sieht keine Hinweise auf systematischen sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt innerhalb der Verbandsstrukturen.

BUCHPRAeSENTATION UND DISKUSSION 'SKI MACHT SPIELE': WERDENIGG
Nicola Werdenigg © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Ex-Rennläuferin Nicola Werdenigg, die seinerzeit mit dem Hinweis auf eine Vergewaltigung durch einen Mannschaftskollegen und einen Trainer die Debatte ausgelöst hatte, sagte am Abend in der ORF-Nachrichtensendung ZiB 2, es sei von vornherein klar gewesen, dass es bei einer unter ÖSV-Flagge aufgestellten Kommission ganz schwierig sein werde, dass sich dort Athleten und Athletinnen selbst melden würden.

"Das System, in dem das passiert ist, ist in diesem Fall nicht der geeignete Ansprechpartner, zu dem man vertrauen haben kann", sagte Werdenigg im Interview mit Armin Wolf. Bei ihrem Institut hätten sich hingegen sehr wohl zahlreiche Menschen - auch ganz junge Fälle - gemeldet. Und zwar rund 50 bis 60 Personen aus dem Sport-Umfeld und aus dem Ski-Umfeld 30 bis 40 Personen, die Kontakt aufgenommen hätten und sich teilweise auch namentlich gemeldet hätten. Diese habe man an den Weißen Ring weitergeleitet und in einem Fall mit einer Therapie-Unterstützung weitergeholfen. "Offensichtlich war es einfach eine Vertrauensfrage", so Werdenigg.

Werdenigg zum Urteil der Expertenkommission

Zum konkreten Fall aus dem Jahr 2005 habe sie mit der Betroffenen Kontakt, betonte Werdenigg. Die Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion in Tirol sei gut gewesen und Namen seien bekannt, auch bei der Staatsanwaltschaft. Sie sehe die Notwendigkeit, solche Dinge in einem rechtsstaatlichen Verfahren aufzulösen. Auf der einen Seite sei man eine Meldestelle und gleichzeitig Kommission zum aufarbeiten. "Das ist normal nicht üblich."

Sie sei auch mit Klasnic zusammengetroffen, so Werdenigg. Für ihren Fall gelte, dass sie diese Namen aus der Vergangenheit dort, wo es notwendig gewesen sei, dem juristischen System bekannt gegeben habe. "Aber ich wollte das nicht einer ÖSV-Kommission geben, wo ich nicht wusste, was damit passiert." Auch in ihrem Fall sei das Vertrauen dorthin nicht so groß gewesen, wie zu staatlichen Einrichtungen.

Man dürfe den ÖSV nicht als alleinigen Schuldigen hinstellen. "Aber es war wichtig, dass er angesprochen wurde." Aus internationalen Studien sei bekannt, dass gewisse Strukturen im Sport vorhanden seien, die Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt fördern würden. "Wir haben Fälle im Schwimmen, Volleyball, Judo, Eislaufen, Turnen. Der Skiverband ist eine Struktur davon, in der es genauso stattfinden kann."

Nun gelte es, professionelle Zahlen aus Studien zu bekommen. Es fehle nach wie vor eine übergeordnete Stelle, die alle Verbände und Sportorganisationen über die Politik hinaus in dieser Sache betreue, evaluiere und gemeinsam mit Justiz und dem Familienministerium Regeln festlege, "aus der kein Verband herauskommt."

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

metropole
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mediengeil

Diese Dame ist doch nur mediengeil und will immer in den Medien present sein.

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AloisiaBassa
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Was ist bitte

present???

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voit60
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Der alte Schröcksnagel

Wäre sogar verpflichtet eine Klage wegen Rufschädigung einzubringen. Er wird wohl wissen, warum nicht.

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4e45bafc255dca8d9edb6766106b4ac2
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die Dame nennt keine Namen -

vielleicht stimmt`s - vielleicht auch nicht.

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zyni
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Die Aussagen der Dame

sind glaubwürdig. Was soll diese Kommission, die vom ÖSV willkürlich zusammen gestellt wurde? Völlig unnötige Kommission. Frau Werdenigg hat Recht, dass ev. Betroffene sich keiner privaten Kommission stellen würden und lieber auf die Justiz vertrauen.

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Mein Graz
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Der ÖSV stellt selbst eine Kommission auf die Beine,

die überprüfen soll.

Irgendwie so wie bei den Blauen, die eine Kommission zusammenstellen, die ihre braune Vergangenheit aufarbeiten soll.

Das nannte man früher "den Bock zum Gärtner machen". Heute ist das die Norm.

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lieschenmueller
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Bei aller Wertschätzung für Frau Klasnic,

aber was befähigt sie dafür, solche Dinge auch nur im Ansatz beurteilen zu können?

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zyni
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Ich sehe sie nicht als moralische Instanz,

sie ist ja nicht gerade ehrenvoll aus der Politik ausgeschieden.

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Bertl1970
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Kommision

Und was befähigt sie dies beurteilen zu können.Man hat Skigrössen wie Toni Sailer oder auch Charly Kahr angepatzt und auch Annemarie Moser als wenig glaubwürdig hingestellt-aber Frau Werdinigg ist die einzig wahre Aufdeckerin-sie wollte aber lt. Fr.Klasnic niemand nennen.Für mich ist das ganze scheinheilig und ein Fressen für die Medien,sonst nichts.

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zweigerl
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Die Mediengeilheit der Strukturen-Frau

Hier hat eine Frau sich offenbar "politisiert", um über vage Verdachtsfälle einen Medienhype auszulösen. Cui bono? Die Chuzpe: Jetzt wo es konkret wird, zieht sich diese gnadenlose Anklägerin auf anonyme "Strukturen" und zu erstellende "Studien" zurück. Was für ein Fake! Offenbar ist das einzige Geile an dieser Geschichte die Mediengeilheit der - vermutlich fremdgesteuerten - Frau Werdinigg. Leichen, wie die beschädigte Reputation eines K. Kahr, bleiben auf diesem Weg zurück, der einer spätgeborenen Sportwissenschaftlerin eine neue Karriere ebnen sollte. Ich wäre für eine Anklageerhebung seitens des ÖSV.

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Mein Graz
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@zweigerl

Ja, und dann auch gleich eine Anklageerhebung bei den Frauen, die P. Pilz beschuldigt haben und dann zurück gerudert sind, und überhaupt alle Personen, die jemanden beschuldigen etwas getan zu haben und dann einen Rückzieher machen.

Oder forderst du das nur für eine bestimmte Person?

Kannst du mir noch erklären, was du mit "...vermutlich fremdgesteuerten - Frau..." meinst? Ich stelle mal die Vermutung in den Raum, dass du Frauen nicht für fähig hältst, eigene Gedankengänge zu entwickeln.

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zweigerl
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Ein Frauenproblem?

Geht es denn bei dieser Sache um Frauen? Vorsitzende der wunschgemäß eingesetzten Kommission ist eine rundum glaubwürdige Frau (die übrigens in diesem Forum als "ehemalige Verkäuferin" disqualifiziert wird!).
Ad "vermutlich fremdgesteuert": Ich schließe das aus der Beharrlichkeit dieser Agitation - trotz fehlender Beweise! Frau W. hat ja auch ihr Statement gleich mit dem Hinweis auf eine professionelle Institution eingeleitet, bei der sie geschäftsführende Teilhaberin ist. Sie möchte offenbar die nicht belegte "Affaire" am Köcheln halten, um Studien zu präsentieren und juristischen Beistand anzubieten. Zu diesem Zweck redet sie sich auf "wissenschaftliche Zahlen" heraus. Vermutlich - ich sage natürlich "vermutlich", was weiß man denn wirklich bei diesem Munkeln im Dunkeln - scheut sie die gerichtliche Konfrontation mit den anonym Beschuldigten.

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Mein Graz
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@zweigerl

Ach, wie schwer muss es sein, Sinn erfassend zu lesen!
*seufz*
"...alle Personen, die jemanden beschuldigen..." sagt ja wohl schon ziemlich viel aus, oder sind "Personen" ausschließlich Frauen?

Zum 2. Teil: eine Frau, die an einem Unternehmen beteiligt ist, ist '"vermutlich fremdgesteuert"?
Das würde darauf schließen lassen, dass jeder, der beharrlich ist, fremdgesteuert agiert.

Alles Unterstellungen und Mutmaßungen, um von der eigentlichen Frage abzulenken:
Was ist mit den Frauen, die Pilz beschuldigt haben? Gelten da andere Maßstäbe?

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lieschenmueller
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"ehemalige Verkäuferin"

Eine Berufsbezeichnung ist disqualifizierend? Also wo ich einkaufe, habe ich vor denen mehr Respekt als vor momentanen Politikern. Aber für eine Qualifikation in einer Kommission ist wohl eine Frage erlaubt. Rutschen Sie bitte nicht gar so am Boden umher vor manchen Leuten, @zweigerl

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zweigerl
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Politikerinnenschimpfen

Ihre Bemerkung ist nichts als ein Ablenkungsmanöver, um durch Pauschalierung (alle Politiker=schlecht, alle Frauen=gut) von der denuzierenden Kampagne dieser Frau W. abzulenken. Auch wenn es "Männer" sind: Die höflich sachlichen Fragen des Armin Wolf und der feinfühlig differenzierende Kommentar des Chefredakteurs Patterer sind an Glaubwürdigkeit und Authentizität unendlich über das Strukturengestammel dieser umgefallenen Chefanklägerin bzgl. der frauenvergwaltigenden "Strukturen" im ÖSV zu stellen. Wie wär's, Frau Werdinigg, wenn Sie sich einmal wirklich schlau machen würden über das Funktionieren sozialer Strukturen, bevor Sie da ihre von der juristischen Mitunternehmerin soufflierten Stehsätze dauernd zur besten Informationssendezeit zugunsten Ihrer eingetragenen Firma als kostenlose PR verbreiten?

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lieschenmueller
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Tut mir leid, schon allein wenn ich die heutige Onlineausgabe hier lese, Respekt für Politiker im mir momentan abhanden gekommen

Alle Frauen gut? Von wegen. Das habe ich auch nie behauptet. Anonym beschuldigt zu werden ist etwas, das es gar nicht geben solle. Entweder man steht dazu oder lasst es. Wäre ich der mächtige ÖSV, ich würde Nägel mit Köpfen machen, vor Gericht ziehen, aber nicht eine solche Kommission einsetzen. Im eigenen Auftrag, auch so was hat ein G'schmäckle. Für Sie nicht?

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lieschenmueller
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ist mir ........

-

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calcit
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Rückzieher?

Einerseits war beim Herrn Pilz eine Verjährung (!) gegeben - was noch lange nicht beweist, dass es nicht passiert ist und die anderen Frauen haben nicht die Zustimmung zur Anklageerhebung gegeben (aus welchen Gründen auch immer...)

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Mein Graz
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@calcit

Ja, eine hat gemeint, es ist verjährt - das hat sie vor dem Aussprechen der Beschuldigung sicher nicht gewusst...
Und die anderen beiden haben den Schwanz eingezogen, warum auch immer, das nenne ich einen Rückzieher.

Und das ist NICHT in Ordnung. Wenn man eine Behauptung aufstellt sollte man sie doch auch aufrecht halten.

Worauf ich hinweisen wollte ist, dass es Leute gibt, die sehr häufig mit zweierlei Maß messen: gehts um eine Person, die einem Lieb und Teuer ist, wird anders gemessen als wenn es um jemanden geht, den man ablehnt.

Ich etwa habe Pilz nicht gewählt (aus persönlichen Gründen), trotzdem stehe ich dafür ein, dass ihm Gerechtigkeit widerfährt:
Hat er tatsächlich belästigt, sollte er dafür gerade stehen.
Hat er nicht belästigt, sollte er die Möglichkeit haben, dass er diese Behauptungen aus der Welt schaffen kann.

So bleibt ein mieser Geschmack übrig.

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Mein Graz
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@Bertl1970

Wenn P. Pilz beschuldigt wird schreibst du dazu:
"... um vor dem ach so armen Hr. Pilz abzulenken."

Wenn "Skigrößen" wie Sailer oder Kahr angepatzt werden sind sie aber nicht die "ach so armen", sondern die Böse ist die Frau, die sie beschuldigt.

Ist es nicht scheinheilig, wenn Frauen einen Politiker der sexuellen Übergriffe bezichtigen und dann aber alles zurückziehen, denn es sollte doch gleiches Maß für alle gelten, oder?

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lieschenmueller
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Mit "sie" meinen Sie mich?

Ich beurteile nicht, ich frage. Ohne jetzt zu googeln, Fr. Klasnic war meiner Erinnerung nach Verkäuferin und ist dann in die Politik gegangen. Psychologisch und juristisch befähigt durch was, um etwas abzutun oder auch zuzustimmen? Nach welchen Kriterien werkt eine solche Kommission? Mit welchen Voraussetzungen maßt sie sich ein Urteil an? Ich hätte gerne eine Antwort, aber bloß stricheln ist natürlich leichter.

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Bertl1970
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Aber ich darf schon hinweisen das Fr. Klasnic Landeshauptfrau der Steiermark war-ihr Werdegang hat mit ihrer Beurteilung sicher nichts zu tun,aber auch z.B. Hr.Dr Schöpfer Präsident des Roten Kreuzes ist nach ihrer Auslegung nicht dazu befähigt ein Urteil abzugeben.Und wenn sie das Interview mit Frau Werdinigg gehört haben beruft sie sich immer wieder auf "Internationale Studien".Was ich für besonders schäbig halte einen Schifahrer und Trainer der schon länger verstorben ist einfach anzupatzen-dieses Anpatzen hat anscheinend bei den meisten Usern Gefallen gefunden-nun wird weiter wie üblich draufgehauen.Mir graut vor diesen Beiträgen....

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lieschenmueller
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Dass dies Frau Klasnic war, ist mir natürlich bewusst

Sie verzeihen aber, dass ich bei Politikern - überhaupt momentan - nicht in Entzücken ausbreche oder übertriebene Ehrfurcht zeige. Das gilt auch für ehemalige. Ich habe in der Zwischenzeit doch Google bemüht, Psychiater und Juristen sind ebenfalls in dieser Kommission vertreten. Schön und gut wenn man meint, eine solche haben zu müssen. Geklärt werden restlos wird es wohl nur woanders können. Anonym beschuldigen ohne dass sich derjenige wehren kann, ist etwas, dass ich nicht verstehe, um nicht so verstanden zu werden, dass ich das was ablief vonhausaus gut heiße.

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voit60
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Berterl

Warum klagt sie niemand? Der ÖSV sollte sich schon wehren, wenn die üblen Nachrede nicht stimmen sollten.

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gerbur
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Durchgängig schlüssige

Argumentation der Frau Werdenigg! Bei der iuristischen Lage ist das Mauern und Leugnen erfolgversprechend. Und eine Klasnic in der Kommissio ist auch ein Garant, dass potentielle Täter mit grösster Diskretion behandelt weden. Die katholische Kirche hat ja beste Erfahrungen mit der Dame gemacht.

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