Die meisten der 22.500 Fans im imposanten Zielstadion dieser Ski-WM in Saalbach wussten nicht mehr, wohin mit ihren Emotionen. Das war zu hören. Es war laut, es fühlte sich an, wie eine Eruption. Vincent Kriechmayr hatte abgeschwungen und war in Führung gegangen, die zuvor schon schier kaum erreichbare Marke von Alexis Monney hatte er um sieben Hundertstelsekunden unterboten. „Das war unglaublich. Ich habe schon vieles erlebt in meiner Karriere, aber diese Atmosphäre ist einzigartig. Es war eines der besten Rennen, das ich von der Stimmung her je erlebt habe.“ Und es war eines, dessen Dramaturgie er wesentlich mit beeinflusst hat. Denn kurz war sie da, die Hoffnung, dass seine Verbeugung vor der Tribüne auch eine vor sich selbst sein könnte, eine Verbeugung vor dem perfekten Comeback. Denn kurz spekulierte man damit, dass Vincent Kriechmayr nur vier Wochen nach einem schweren Sturz in Wengen, in denen er verbissen um diese WM-Teilnahme kämpfte, zum zweiten Mal Weltmeister werden würde.