Er hat es wieder gemacht. Vincent Kriechmayr begeisterte Ski-Österreich in der WM-Abfahrt der Männer einmal mehr in seiner beeindruckenden Karriere und fuhr unter Schmerzen zu Silber. Der Oberösterreicher musste sich nur dem pfeilschnellen Franjo von Allmen geschlagen geben. Am Ende fehlten 0,24 Sekunden auf Gold. Zeit, die Kriechmayr schnell gefunden hat. „Es waren ein paar Kleinigkeiten. Bei der Traverse zur Mittelstation war ich zu tief, das ist mir im Training besser gelungen“, gestand der Oberösterreicher. „Im Grunde war es sehr gut, aber ich habe nicht das umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe.“
Im Ziel habe er sofort gewusst, dass „es nicht für Gold reichen würde. Es war eben nicht zu 100 Prozent perfekt.“ In Richtung Schweiz und allen voran dem neuen Weltmeister Franjo von Allmen gab es Lob und Anerkennung des österreichischen Ski-Stars. „Der Hundling ist so jung und jetzt schon Weltmeister. Für mich ist es vermutlich die letzte WM, da hätte er mir schon den Vortritt lassen können“, scherzte Kriechmayr. „Ich gönne es ihm wirklich.“
Kriechmayr war begeistert
Das Bad in der Menge des Zielstadions genoss Kriechmayr dennoch. Mit Startnummer neun schwang er als Führender ab, ehe ihn der Schweizer noch schnappte. Das Gefühl nach der Fahrt sei „unglaublich“ gewesen. „Skifahren ist unglaublich schön, aber ohne Fans nur die Hälfte wert. Sie machen diesen Moment gerade wirklich unglaublich für mich. Das ist jetzt meine vierte WM, aber sowas habe ich noch nie erlebt.“
Für den 33-jährigen Routinier ist die WM-Silberne in der Heimat besonders. In Wengen stürzte das ÖSV-Ass vor wenigen Wochen schwer, bestritt deshalb bis zur Weltmeisterschaft keine Rennen. Im Training zwickte das Knie noch und auch im Super-G spürte er die Schmerzen. Die Strapazen der Vergangenheit sind nun egal, die Silberne in der österreichischen Heimat bleibt für immer. „Mich haben so viele Leute unterstützt, auch meine Frau, die in ihrer Karriere auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Diese Medaille gehört mehr den Leuten im Hintergrund als mir.“