Noch sind die ATP Finals voll im Gange, heute könnte sich in Turin entscheiden, ob Carlos Alcaraz als Nummer eins der Tenniswelt überwintern wird. Weist der Spanier nach seinen Siegen über Alex de Minaur und Taylor Fritz in seinem dritten und letzten Gruppenspiel auch Lorenzo Musetti in die Schranken, hat der 22-Jährige dieses Ziel bereits erreicht. Klappt das nicht, würde sich für „Carlitos“ im Rennen um die Nummer eins im Halbfinale eine weitere Chance ergeben. Sollte Alcaraz in beiden Anläufen scheitern, könnte sich Jannik Sinner bei einer erfolgreichen Titelverteidigung noch die Winterkrone aufsetzen.
Sinner oder Alcaraz – diese Frage stellt sich auf der internationalen Tennisbühne seit den Australian Open 2024. Seit damals haben sich die beiden Giganten sämtliche Grand-Slam-Titel untereinander ausgemacht. Unterstrichen wird diese Übermacht durch die Tatsache, dass der Weltranglistendritte Alex Zverev mit seinen 4960 Punkten im ATP-Computer derzeit weiter von Alcaraz (11.050) und Sinner (10.000) entfernt ist, als der Weltranglisten-1000. Elgin Khoeblal (NED/15 Punkte) vom Deutschen. Eine Dominanz, wie es sie auch in der Generation davor gegeben hat, allerdings lieferten sich da Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic über Jahre einen packenden Dreikampf, in den ab und zu auch Andy Murray eingreifen konnte.
Draper und Shelton?
Somit drängt sich die Frage auf, ob sich 2026 jemand zum Erfolgs-Duo Alcaraz/Sinner dazugesellen könnte? Geht es nach dem ehemaligen Weltranglistenersten Jim Courier, hätten Jack Draper und Ben Shelton das Potenzial, in diese Rolle zu schlüpfen. Eine gewagte These, bedenkt man, dass Draper die Saison aufgrund einer Oberarmverletzung vorzeitig abbrechen musste und Shelton an der Grundlinie den beiden Topspielern (noch) nicht das Wasser reichen kann.
Als größter Hoffnungsträger der nahen Zukunft gilt derzeit Joao Fonseca. Der Brasilianer besitzt definitiv die Anlagen, um auf den Center Courts dieser Welt Großes zu vollbringen. Und mit seinen erst 19 Jahren hat sich der Rechtshänder aus Rio de Janeiro im Ranking auch bereits auf Position 24 nach oben gearbeitet. Aber: 2026 kommt für den großen Coup des Südamerikaners noch zu früh. Daher kann man sich als Tennisfan schon jetzt darauf einstellen, dass Alcaraz und Sinner auch im kommenden Jahr die uneingeschränkten Hauptrollen spielen werden.