Nachdem Novak Djokovic sich mit dem Triumph in Athen (dorthin war der Serbe heuer nach Streitigkeiten mit Präsident Aleksandar Vučić mit seinen Belgrad Open abgewandert) mit 38 Jahren und 170 Tagen zum ältesten Turniersieger der ATP-Historie gekürt hatte, sagte der 24-fache Grand-Slam-Gewinner (Rekord) seinen Start bei den diese Woche in Turin über die Bühne gehenden ATP Finals überraschend ab. Zur Freude des unterlegenen Athen-Finalgegners Lorenzo Musetti, der so noch ein Ticket für den millionenschweren Saison-Kehraus in seiner Heimat ergatterte.
Nicht weniger überraschend verkündete Djokovic nun wenige Tage später, dass er seine Karriere bis 2028 fortsetzen wolle. Der mögliche Hintergrund: In jenem Jahr gehen ab 14. Juli in Los Angeles die Olympischen Spiele in Szene – eine Bühne, die definitiv einen würdigen Abschluss für eine einmalige Karriere bilden würde. Aber: Djokovic wird am 14. Juli 2028, wenn es in der kalifornischen Metropole losgeht, genau 41 Jahre und 53 Tage am Buckel haben. Sprich, der mittlerweile 101-fache Turniersieger fällt dann in die Kategorie Tennis-Methusalem.
Weniger ist mehr
Und eines ist klar: Das Siegen wird mit voranschreitendem Alter nicht leichter. Nicht einmal für einen Novak Djokovic. Vor allem im Spitzensport, wo jedes zusätzliche Jahr ab einem gewissen Alter doppelt, wenn nicht sogar dreifach wiegt. Djokovic wird versuchen, dem wie bereits in der jüngsten Vergangenheit unter dem Motto „Weniger ist mehr“ entgegenzusteuern, sprich nur noch ausgewählte Turniere zu spielen. Und dieser Strategie fällt dann eben auch einmal das Antreten bei den ATP Finals zum Opfer.
Der Superstar macht auch kein Hehl daraus, in seiner Landesflagge eingehüllt ein letztes Mal vom Platz gehen zu wollen. Für die Erfüllung dieses Traums bietet sich Los Angeles 2028 ideal an. Und sollte er auf dem Weg dorthin vielleicht sogar noch seine 25. Grand-Slam-Trophäe mitnehmen können, würde er auch nicht Nein sagen.