Radsport, Eliminator-WMFranz-Josef Lässer ist ein Virtuose auf zwei Rädern

Franz-Josef Lässer fehlen auf der linken Hand vier Finger. Dass er ein begnadeter Radler ist, will er bei der Eliminator-WM zeigen.

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Franz-Josef Lässer ist ein begnadeter Radfahrer
Franz-Josef Lässer ist ein begnadeter Radfahrer © Bernd Gruber
 

Noch zu Wochenbeginn radelte Franz-Josef Lässer quer durch die südliche Steiermark. Von Graz aus ging es nach Lieboch und fortan weiter nach Spielfeld, nach einem 30-minütigen Abstecher in Slowenien fuhr der 20-Jährige wieder gen Norden. Vier Stunden und 48 Minuten und knapp 150 Kilometer sind der totale Kontrast zu dem, was ihn am Sonntag bei der Eliminator-Weltmeisterschaft in der Grazer Innenstadt erwartet.

500 Meter lang ist die Strecke mit Start und Ziel auf dem Karmeliterplatz, geradelt wird im direkten Duell gegen drei weitere Teilnehmer. Im K.o.-Modus steigen nur die schnellsten zwei Teilnehmer in die nächste Runde auf. "Das ist extrem spannend und hat relativ wenig mit all dem zu tun, was wir sonst so machen, weil es verdammt kurz ist. In Sachen Unterhaltungswert kann ich dem Ganzen viel abgewinnen." Bereits 2018 hat er bei der Eliminator-EM zu unterhalten gewusst, als er als Junior den Erwachsenen entwischt ist und ein Rennen gewonnen hat. Und das, obwohl er schon als Kind lernen musste, mit einem Handicap das Rad zu lenken.

Lässer fehlen seit seiner Geburt auf der linken Hand vier Finger. Er hat nur einen Teil des Daumens. "Auf dem Straßenrad habe ich daher nur eine Bremse für das Vorder- und das Hinterrad, das funktioniert dort sehr gut. Beim Mountainbiken ist das aber absolut unmöglich, man muss je nach den Anforderungen im Gelände vorne oder hinten bremsen können", sagt Lässer. Mit dem rechten Zeigefinger der rechten Hand bremst er vorne, mit dem Mittelfinger hinten. Die Schaltung bedient er ebenfalls mit der rechten Hand.

Eliminator-WM in Graz

  • Wann: 5. September.
  • Zeitplan: Training (13.30 Uhr), Qualifikation (14), Training (14), Kids & Youth Race (14.50), Finale (16). 
  • Strecke: Karmeliterplatz, Hartiggasse, Freiheitsplatz, Hofgasse, Ballhausgasse, Sporgasse, Karmeliterplatz
  • Österreichische Teilnehmer, Elite: Daniel Federspiel (T), Elias Tranninger (OÖ); U23: Lena Höller, Dominik Brunner, Franz-Josef Lässer (alle Steiermark), Dominik Gaßner (OÖ); Juniors: Valentina Gruber, Lena Ladstätter, Theo Hauser, Jonas Kreiner, Jakob Riember (alle Steiermark), Fiona Klien (NÖ), Katharina Sadnik (K).
  • Modus: Nach der Qualifikation fahren die besten 32 Herren und 16 Frauen im K.o.-System (vier gegen vier) gegeneinander. Die besten zwei steigen in die nächste Runde auf.

So kann Lässer sein Handicap relativ gut kompensieren. Was bleibt, ist der "Nachteil, dass ich mit der linken Hand nicht die Spannung auf den Lenker bringe, die man normalerweise schafft. So geht Leistung verloren", sagt er. In anderen Worten: Er muss mehr in die Pedale treten, um den gleichen Output wie andere Athleten zu erzielen.

Seit er laufen kann, erzählt Lässer, hat er ein Fahrrad unter den Beinen. Er liebt das Radeln - und betreibt es obendrein erfolgreich, wie zahlreiche Medaillen belegen. Erst im Juni kürte er sich zum Europameister im Paracycling, in seinem zweiten Straßenrennen überhaupt. "Ich bin derzeit nicht so schlecht drauf. Ich möchte in Graz wieder die erste Runde überstehen und hoffe, dass ich es in die Richtung der Top 15 schaffe." Österreichs große Hoffnung kommt aus Tirol: Daniel Federspiel gewann bereits die Grazer Eliminator-Premiere 2018.

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