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WM in DohaMarathonläufer bekommen wegen Hitze Fieber

Die Hitze sorgt bei der Leichtathletik-WM dafür, dass bei Läufern die Körpertemperatur steigt und sie leichtes Fieber bekommen.

Lemawork Ketema
© GEPA pictures
 

Marathonläufer Lemawork Ketema freut sich auf die Nachtschicht bei der Leichtathletik-WM in Katar. Hitzerennen machen ihm auch nichts aus, im Vorjahr bei der heißen EM in Berlin wurde er Achter. Allerdings kommt in Katar die hohe Luftfeuchtigkeit als Risikofaktor dazu. Der Startschuss fällt eine Minute vor Mitternacht (22.59 Uhr MESZ). Beate Schrott bestreitet ihren 100-m-Hürden-Vorlauf am Abend.

Der gebürtige Äthiopier Ketema, der als Flüchtling nach Österreich kam, verbesserte heuer beim Wien-Marathon in 2:10:44 Stunden den ÖLV-Rekord über die 42,195 Kilometer. Die Vorbereitung auf die WM war durch eine falsche Massage, die eine Verletzung des Ischiasnervs nach sich zog, wochenlang beeinträchtigt worden. "Er konnte drei Tage nicht aufstehen", erinnerte Trainer Harald Fritz, nun sei aber längst alles wieder in Ordnung.

In Platzierungen wird für das WM-Rennen nicht gedacht, man will aber versuchen, von Beginn an in der ersten Gruppe dabei zu sein. "Wir sind schon qualifiziert für Tokio. Wir dürfen, können und wollen das Risiko eingehen", sagte Fritz. Das Risiko bei wohl über 30 Grad Lufttemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit Hochleistungssport zu betreiben, will man mit Hilfsmitteln minimieren. Und um Erfahrungswerte für die Olympischen Spiele 2020 zu bekommen, wird Ketema im Rahmen des Projekts "Beat the Heat" wie andere Athleten einen Sensor schlucken, wo u.a. die Körpertemperatur laufend gemessen wird. Vor einem Probelauf hatte er - handgemessen - 36,5 Grad, nach 10 Kilometern in 38 Minuten waren es 38 Grad und damit leichtes Fieber.

Auf der Sieben-Kilometer-Schleife an der Strandpromenade Corniche stehen jeweils nach 3,5 Kilometern Trainer Fritz bzw. ÖLV-Sportkoordinator Hannes Gruber bereit. Sie reichen dem Athleten mit Eis gefüllte Stirnbänder und Trinkflaschen mit Elektrolyten und Wasser. Bis kurz vor dem Start wird Ketema eine Kühlweste tragen und im Rennen eventuell gekühlte Ärmlinge, das wolle man noch testen. Zwischendurch gibt es Erfrischungsstationen mit Wasser und Eis-schwämmen. Auf Sprinkleranlagen entlang der Strecke wurde verzichtet, da die Luftfeuchtigkeit ohnehin schon so hoch ist.

Insgesamt dreimal wird Ketema in Doha bis zum Marathon jeweils um Mitternacht einem 10-km-Lauf absolviert haben. "Ich habe großen Respekt vor dem Marathon. Ich möchte mein Tempo laufen. Der Plan wäre, in der ersten Gruppe zu laufen. Im Sport ist es manchmal schwierig zu sagen, was möglich ist. Top 3, Top 5, Top 10", erklärte Ketema. Durchkommen um jeden Preis ist bei dem Hitzerennen aber keine Ansage. "Wichtig ist die Gesundheit. Ich bin gut vorbereitet und gebe mein Bestes." Aufgabe seines Betreuerteams ist es, ihn zu bremsen, wenn er es zu schnell unterwegs ist.

Beate Schrott, die ihr Medizinstudium abgeschlossen hat, hofft, dass die Athleten alle vernünftig mit der schwierigen Aufgabe umgehen werden, ansonsten könne man schon leicht im Krankenhaus landen. Die Euphorie in der ÖLV-Mannschaft nach den zwei Bronzemedaillen hat auch die Hürdensprinterin voll erfasst. "Ich war noch nie so stolz, Teil des Teams zu sein", sagte die Niederösterreicherin. Freilich geht sie voll motiviert in ihren Vorlauf. "Das letzte Mal bin ich 2015 unter 13 Sekunden gelaufen, 13,00 wären richtig cool. Wofür es reicht, weiß ich nicht. Aber ich habe in den letzten zwei Jahren hart darauf hingearbeitet."

Ihre persönlich Bestzeit steht bei 12,82 aus ihrem stärksten Jahr 2012 (EM-Dritte, Olympia-Siebente), heuer kam sie auf 13,03. Bei ihren bisherigen zwei WM-Teilnahmen 2011 und 2015 erreichte sie jeweils das Semifinale. "Das Semifinale wäre total schön. Ich habe den Fokus auf die Olympia-Teilnahme gerichtet und diese Erfahrung auf Weltniveau ist wieder ganz wichtig, auch wenn ich schon viel Routine habe."

Nach Platz 45 bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio wollte Schrott ihre Karriere eigentlich beenden. Ihr Verlobter Christian Taylor, nunmehr vierfacher Dreisprung-Weltmeister, überzeugte sie zum Weitermachen. "Er hat gesagt, meine Karriere hat sich ein anderes Ende verdient." Da es mit zwei verschiedenen Trainern und im Ausland nicht funktionierte, versucht sie es nun alleine.

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