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CarbonplattenDank "Wunderschuhen" Marathon-Rekorde wie am Fließband

Die Rekorde im Laufsport purzeln. Der Grund ist neben den Leistungen der Athleten auch der technische Fortschritt im Schuhwerk.

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Eliud Kipchoge flog in Wien regelrecht zum Rekord © APA/AFP/ALEX HALADA
 

"Carbon statt Kondition!" Welcher Radsportler kennt den Spruch nicht, mit dem Hobbyradler aufgezogen werden, die auf teure Räder setzen und so körperliche Defizite ausgleichen wollen. Das Material hat aber nun seit geraumer Zeit auch bei den Läufern Einzug gehalten und seitdem Schuhe mit Carbonplatten in den dicken Sohlen eingesetzt werden, purzeln weltweit die Rekorde. Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics hätte die Sohlendicke stärker reduzieren können, um die Leistungssprünge einzudämmen. Doch der Verband winkte ein Modell des US-Sportartikelherstellers Nike durch - und lässt der Rekordflut seitdem freien Lauf.

Die beschleunigende Wirkung der Schuhe lässt sich an den Bestenlisten ablesen: 2017 rannten vier Männer Zeiten unter 2:05 Stunden im Marathon, zwei Jahre später gab es 17 derartige Zeiten. 2016 lief eine Frau im Marathon unter 2:20 Stunden, drei Jahre später gab es 13, die das schafften. Zudem wurden Weltrekorde in allen gängigen Straßen-Wettbewerben - von der 5-km-Distanz bis zum Marathon - verbessert. Inklusive des gelungenen Versuchs von Eliud Kipchoge 2019 in Wien, die 42,195 km unter nicht weltrekord-konformen Laborbedingungen als Erster und bisher einziger unter zwei Stunden zu laufen.

Auch der österreichische Rekord wurde von Peter Herzog im Vorjahr verbessert, jener der Frauen von Eva Wutti eingestellt. Der neuerdings schnellste Deutsche, Amanal Petros, bestätigt die beschleunigende Wirkung der Schuhe. "Der Abdruck ist jetzt viel intensiver, du springst förmlich. Dadurch ist das gesamte Laufgefühl viel besser", berichtete Petros und schätzt den Unterschied zu herkömmlichen Modellen auf "drei bis vier Sekunden pro Kilometer im Marathon". Das wären insgesamt rund zweieinhalb Minuten.

Auch andere Athleten geben an, dass die neuen Schuhe für deutliche Leistungssteigerungen sorgen. Nach Nike haben auch Adidas und weitere Hersteller wie Asics mittlerweile die auffälligen Carbon-Modelle mit ihren dicken Sohlen im Programm. Der ehemalige deutsche Marathon-Rekordler Arne Gabius glaubt ebenfalls, dass es mit den innovativen Laufschuhen zwei bis drei Sekunden pro Kilometer schneller vorangeht. "Wobei die Schuhe mehr bringen je länger die Distanz ist, je weniger Kurven es gibt und je flacher die Strecken sind", erklärte der Stuttgarter.

Diese Entwicklung wird auch kritisch gesehen. "Als klassischer Leichtathletik-Fan sehe ich das mit gemischten Gefühlen. Denn die Rekorde großer Athleten bekommen plötzlich den Stellenwert einer Fließbandware", sagte Mark Milde, Renndirektor des Berlin-Marathons, der auch schon für den VCM in Wien tätig war. "Wer weiß, was Haile Gebrselassie mit diesem Schuh hätte laufen können." Und der frühere britische Weltklasseläufer Tim Hutchings fordert sogar: "Diese Schuhe müssen verboten werden." Die Technologie habe dazu geführt, dass es derart dramatische Leistungssteigerungen gibt, durch die der Sport beschädigt werde.

Dass die mit den alten Schuhen gerannten Rekorde und Bestleistungen in einer separaten Liste aber eingefroren werden sollten, das hält Gabius für falsch. "Die Entwicklungen sind sicherlich gravierend, aber es ist Technologie im Rahmen der Regeln", sagte er. Anders sieht es die ehemalige deutsche Marathon-Meisterin Katharina Steinruck: "Ich bin sehr dafür, die bisherigen Bestzeiten einzufrieren und zwei Listen zu führen. Wer das beste Material hat, ist vorne - das ist keine gute Entwicklung."

Im Handel sind die Topmodelle für jedermann um 200 bis 300 Euro zu haben. Da die Carbon-Schuhe in der Regel schon nach rund 200 Kilometern ihre Wirkung verlieren, stellt sich besonders auch bei Nachwuchsläufern eine ganz andere Frage: Gewinnen zukünftig jene Athleten, die es sich leisten können, alle paar Wochen neue Schuhe zu kaufen?

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beneathome
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Kleidung, Schuhe, Training, Ernährung,,

Überall Innovation. Wir Zuschauer und Möchtegernathleten zahlen dafür gerne!

gm72
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Nennt man Fortschritt

Gibt's nix zu meckern. In wenigen Jahren ist dieser heutige Spitzenschuh dann Standard, alle Hobbyläufer schaffen Wunderzeiten und die Weiterentwicklung dieses Schuhs verschafft wieder jemandem Fabelzeiten. War immer so, wird auch so bleiben. Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. Zitat von Philip Rosenthal.

ElCapitan_80
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alle Hobbyläufer schaffen Wunderzeiten

Schön wäre es wenn das funktionieren würde.
Nur weil ich mir aber ein Fahrad mit Carbonrahmen kaufe fahre ich die Tour de France ziemlich sicher immer noch nicht schneller als Spitzenfahrer vor 30 Jahren mit einem Alu Fahrrad.
Und selbst mit dem besten Schuh werden die meisten Amateure keinen Marathon unter 2:30 Laufen. Vermutlich hilft es den meisten nicht mal zu einer neuen PB.
Die Technik ist hier nur mehr das iTüpfelchen um die besten der Welt noch eine Spur besser zu machen.
Aber Vortschritt bring den Sport in jedem Fall weiter und ist daher sehr wichtig.

Ragnar Lodbrok
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Am besten - alle laufen barfuß!

Oder? Dann haben alle die gleichen Voraussetzungen. Ach nein...da gibst sicher welche die mehr Hornhaut haben - wie unfair... Technischer Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Solange dadurch nicht die Gesundheit gefährdet wird, sehe ich keinen Grund solche Laufschuhe zu verbieten.

schteirischprovessa
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Hat es doch auch bei den Schwimmen gegeben:

Die Ganzkörperanzüge aus Haifischhaut, die um einiges schneller waren als die Badehose
sind sinnvollerweise verboten worden.
Sollte auch bei den Schuhen verboten so sein. .
Der Aufbau der Schuhe gehört klar definiert, wenn die Vorgaben nicht eingehalten werden, das gleiche wie bei Schispringern, wenn der Anzug nicht entspricht: Disqualifikation

ElCapitan_80
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Chancengleichheit

Im Prinzip ist es doch egal
Verbietet man den technischen Vortschritt kämpfen alle mit den gleichen Mitteln.
Erlaubt man ihn, wird jeder das bessere Material verwenden wodurch wieder jeder die gleichen Voraussetzung hat.
In der sportlichen Liga in der das relevant wird sich jeder der fähig ist um den Sieg zu kämpfen das bessere Material leisten können, bei den anderen machen die 3 sec pro Kilometer nicht genug aus um um die vorderen Plätze zu kämpfen.

Mezgolits
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Gewinnen zukünftig jene Athleten, die es sich leisten können, alle paar

Wochen neue Schuhe zu kaufen? - Vielen Dank - ich meine: Das könnte passieren. Erf. StM