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Eliud Kipchoge mit RekordversuchSieht Wien den ersten Marathon unter zwei Stunden?

Am 12. Oktober wird Weltrekordhalter Eliud Kipchoge auf der Prater Hauptallee einen Versuch starten, erstmals einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen.

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© APA/AFP/JOHN MACDOUGALL
 

Im Oktober wird Wien Schauplatz eines möglicherweise historischen Sportspektakels: Weltrekordhalter Eliud Kipchoge wird voraussichtlich am 12. Oktober auf der Prater Hauptallee einen neuerlichen Versuch starten, die Zwei-Stunden-Schallmauer im Marathonlauf zu Fall zu bringen. Das wurde am Donnerstag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Vor zwei Jahren ist Kipchoge in Monza knapp gescheitert.

"Ich habe Gänsehaut, ich gebe es offen und ehrlich zu", sagte Vienna-City-Marathon-Veranstalter Wolfgang Konrad, der mit seinem Team und internationalen Lauf-Experten das Ereignis organisiert. Das Projekt firmiert unter dem Namen "Ineos 1:59 Challenge".

Kipchoge selbst war bei der Pressekonferenz nicht dabei. Aber Valentijn Trouw aus seinem Management-Team, der berichtete, dass der Läufer über die Strecke und ihre Gegebenheiten bereits informiert worden sei. Persönlich habe der Läufer sie noch nicht gesehen. Er kündigte weiters an, dass es rund 20 Tempomacher geben werde.

"Ich weiß, dass es möglich ist"

In der Presseunterlage wird auch der 34-jährige Kipchoge selbst zitiert: "Es ist unglaublich aufregend, eine weitere Chance zu bekommen, die Zwei-Stunden-Marke im Marathon zu unterbieten. Ich sage immer: 'No human is limited'. Ich weiß, dass es für mich möglich ist, einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen."

Wenn die Witterungsbedingungen passen, soll das Ereignis am 12. Oktober über die Bühne gehen, informierte Vienna-City-Marathon-Organisator Gerhard Wehr. Im Fall schlechten Wetters gibt es ein Acht-Tages-Zeitfenster bis 20. Oktober. Der Lauf wird auf einem 9,6 Kilometer langen Rundkurs ausgetragen. Im Zentrum steht die 4,3 Kilometer lange Hauptallee, die Kipchoge hin und zurück laufen wird. Am Ende der Geraden umrundet er das Lusthaus bzw. den Praterstern.

Unterstützung von der Politik

Nach der optimalen Strecke für den Lauf-Versuch wurde europaweit gesucht, u.a. in London und Berlin. Wien bekam schließlich den Zuschlag. Dafür habe es mehrere Gründe gegeben, hieß es heute. Bei der 4,3 Kilometer langen Hauptallee handelt es sich um einen gerade, flache, verkehrsfreie, von Bäumen gesäumte Strecke. Die Wetterbedingungen im Oktober seien beständig, was ein Leistungs-Optimum ermögliche. Überdies sei die Luftqualität im Prater gut. Weiters beträgt der Zeitunterschied zwischen Kenia, wo Kipchoge trainiert, und Österreich weniger als drei Stunden. Und letztendlich: Die Menschen können an die Strecke kommen und Kipchoge anfeuern.

Und auch die Politik hat eine Rolle gespielt, dass das Spektakel in Wien und nicht in einer anderen Stadt stattfindet, wurde betont: Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hätte nämlich sofort seine Unterstützung zugesagt. Der Stadtchef selbst hob die Vorteile des Events hervor: Dieses würde u.a. einen Impuls geben und die Menschen zum Laufen animieren. Überdies seien die Bilder, die von dem Spektakel um die Welt gehen werden "kein Schaden", wies er auf die Werbemöglichkeit hin. Er, Ludwig, ist jedenfalls überzeugt, dass Kipchoge das Ziel erreichen wird und kündigte an: "Ich werde sicher dort an der Strecke stehen."

Schon einmal knapp gescheitert

Unterstützt wird Kipchoge, der im September 2018 in Berlin den aktuell gültigen Weltrekord von 2:01:39 Stunden aufstellte, von dem britischen Chemieunternehmen Ineos. Daher trägt das Laufprojekt auch den Namen "Ineos 1:59". Der Kenianer versuchte schon einmal, die Zwei-Stunden-Grenze zu durchbrechen. Dies geschah 2017 unter dem Projektnamen "Breaking 2" auf dem Formel-1-Kurs in Monza, wo er mit 2:00:25 Stunden knapp scheiterte. Es war zwar die bisher schnellste Zeit überhaupt, aber der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) erkannte sie nicht als Weltrekord an.

Auch bei dem Laufspektakel in Wien wird es in erster Linie darum gehen, die Schallmauer zu durchbrechen, so Konrad: "Über das mit dem Weltrekord kann man später diskutieren." Tom Grotty, Kommunikationsdirektor der Ineos-Gruppe, ist ebenso wie Ludwig guter Dinge, das Kipchoge dieses Mal sein Ziel erreicht: "Das Timing ist perfekt." Kipchoge sei in der besten Form seines Lebens.

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