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HandballZu viel Spitze für zu wenige Spitzenspieler

Die HSG Bärnbach/Köflach ist im Finale der zweiten Liga und spielt um den Aufstieg. Bruck muss gegen Hollabrunn ins dritte Duell.

Die Brucker unterlagen im zweiten Spiel © 
 

Die Saison neigt sich dem Ende zu - und wieder einmal wird die steirische Handball-Landkarte der Herren neu vermessen. Eigentlich wie jedes Jahr. Zumindest das ist konstant, während die Vereine sich jede Saison aufs Neue positionieren (müssen) - heuer mit Ausnahme der Grazer, die in der A-Liga reüssieren konnten. Seit der Einführung der Relegation (2013/14) war immer Relegation zumindest ein Steirer im Abstiegsduell: Bärnbach/Köflach und Bruck je dreimal, Leoben zweimal und einmal Graz.

Heuer hat es Leoben mit dem Abstieg aus der ersten Liga getroffen, die Zweitligisten Bärnbach/Köflach und Bruck könnten die Obersteirer aber ablösen. Beide wollen hinauf und kennen den Aufwand und die Hürden. Mit einem ungefährdeten 27:21 (14:9) in Korneuburg haben die Weststeirer das Finalticket gelöst und die Anwartschaft auf den Liga-Titel unterstrichen. Sie müssen auf den Gegner warten: Hollabrunn hat nämlich mit einem 34:31 (17:15) in Bruck in der Serie ausgeglichen. Am Samstag fällt die Entscheidung.

Die Hürden bei einem Aufstieg sind das liebe Geld und die Akteure. Vor allem um die wenigen einheimischen Spieler herrscht ein Griss. Frank Dicker, der Präsident des steirischen Verbandes, sprach da schon vom gegenseitigen Kannibalismus der Vereine. Es gibt schlichtweg zu wenige Spieler für zu viele Vereine in den oberen Klassen. Ein gesamtsteirisches Konzept mit Profi- und Zuliefervereinen wäre für Dicker wünschenswert, „liegt aber nicht in unserer Zuständigkeit, denn es gibt immer noch die Autonomie der Vereine. Der Verband kann nur helfen.“

Regionale Spielgemeinschaften (Hochsteiermark und Raum Graz) im Profibereich mit eigenständigem Nachwuchs und einer klaren Rollenverteilung wären eine Lösung. „Dafür müsste man aber über das Kirchturmdenken hinwegkommen“, erzählte er beim Sieg der HSG Bärnbach/Köflach. Die Weststeirer haben damit den Einzug in das Finale der zweiten Liga geschafft. „Man muss sich als Verein entscheiden, will man sich nach oben entwickeln oder schraubt man zurück und wird ein Ausbildungsverein“, sagt HSG-Boss Gerhard Langmann, der mit einem Drittel mehr Kosten in der A-Liga rechnet. Die Weststeirer leben von ihrer Tradition als ehemalige Hochburg und haben mit zwölf Jugendteams kein Nachwuchsproblem. Bruck ist in diesem Bereich nicht so breit aufgestellt und auf Doppelspielberechtigungen (etwa mit der HIB Liebenau) angewiesen.

Am Samstag wird sich auch entscheiden, ob Trofaiach aus der zweiten Liga absteigen muss oder gegen den HC Kärnten in der Relegation ein drittes Spiel erzwingt.

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