Bei all den Reisestrapazen des aktuellen Jahres passt es nur ins Bild, dass es für Dorina und Ronja Klinger zum absoluten Höhepunkt des Jahres noch einmal ans andere Ende der Welt geht. Von 14. bis 23. November geigen die besten Beachvolleyballer des Planeten bei der Weltmeisterschaft im australischen Adelaide auf – inklusive steirischer Beteiligung. Denn neben den rot-weiß-roten Youngsters Timo Hammarberg und Tim Berger kommen zwei der drei ÖVV-Teams aus der grünen Mark. Bei den Frauen halten die Klinger-Schwestern als einziges österreichisches Frauenteam die rot-weiß-rote Fahne hoch, bei den Männern komplettieren Christoph Dressler und Philipp Waller das Aufgebot.

Gute Chancen rechnen sich dabei alle aus. Hinter dem steirischen Schwesternduo aus Frauental liegt etwa das erfolgreichste Jahr ihrer Karriere, mit Siegen gegen die Olympiasiegerinnen und einer konstanten Platzierung in den Top-Zehn der Weltrangliste. „Wir haben in den vergangenen Wochen versucht, alles gut abzustimmen, um nicht zu viele Turniere zu spielen“, verrät Dorina Klinger. „Die Motivation für die WM ist jedenfalls groß und wir haben sicher noch genug im Tank, obwohl die Saison schon lange ist. Wir haben ja im vergangenen Dezember bereits mit der Vorbereitung begonnen und seither nur kurze Pausen gehabt.“

Dorina und Ronja Klinger in Adelaide
Dorina und Ronja Klinger in Adelaide © Klinger

Crème de la Crème in Adelaide

Flugmeilen sammelten die beiden in diesem Jahr ebenfalls genug, ging es doch gleich mehrmals zu Turnieren in Übersee. „Wir sind wirklich in der ganzen Weltgeschichte unterwegs gewesen“, scherzt Dorina, für die es mit der Schwester bereits die zweite Weltmeisterschaft nach 2023 ist. Während es bei der Europameisterschaft in Düsseldorf im Sommer mit dem Aus im Achtelfinale nicht völlig nach Wunsch lief, ist die WM die letzte Chance auf einen Spitzenplatz bei einem Großevent in diesem Jahr. „Es ist natürlich die Crème de la Crème mit dabei, deshalb wäre eine Top-Zehn-Platzierung wirklich cool. Aber der Hauptfokus liegt darauf, dass wir Erfahrung sammeln und einen krönenden Abschluss für unsere Saison haben.“

Krönend soll der Saisonabschluss auch für Dressler und Waller werden, die bereits seit einer Woche in Australien weilen und nach einer Akklimatisierungsphase eine tierisch gute Vorbereitung durchliefen. „Wir waren in einem Wildlife-Park Koalas und Kängurus füttern“, erklärt Waller, der sich selbst eher das Känguru zum Vorbild nimmt. „Die sind ja aktiver, ein Koala schläft den ganzen Tag.“ Verschlafen dürfen die beiden ihren WM-Start am 14. November gegen das deutsche Duo Pfretzschner/Winter keinesfalls, wenn es für sie in die K.o.-Phase und darüber hinaus gehen soll.

Stolzer Niederösterreicher

Denn mit Marco Murlasits ist ein guter Freund Wallers als Physiotherapeut in Australien mit dabei – ein ungewohnter Luxus sozusagen. „Er macht das fast ehrenamtlich und bleibt einmal sicher bis zu den Finalspielen am 23. November, also wird er da sein, sollte uns das gelingen.“ Auf die Frage, weshalb gerade die Steiermark so gute Beachvolleyballer hervorbringt, hat der gebürtige Feldbacher eine klare Antwort: „Das liegt am Kernöl!“, scherzt er und gesteht, dass das schwarze Gold der grünen Mark in Adelaide leider nicht im Gepäck mit dabei ist. So sehr verwurzelt Waller auch ist, spielt er mittlerweile für ein anderes Bundesland. „Ich bin mittlerweile stolzer Niederösterreicher“, sagt der 30-Jährige und teilt das sportliche Zuhause auch mit den Klingers. „Ich finde es schade, dass das Sportland Steiermark eigentlich nicht existiert. Niemand spielt mehr für die Steiermark, da es keine Förderungen für uns gibt und es ohne eben nicht geht“, sagt Waller.