American FootballDiese Frau blockt jeden Mann ab

Marie Pribyl spielt American Football. An sich nichts Besonderes, doch die Grazerin ist Teil des Herrenteams der Styrian Hurricanes. Sonderbehandlung gibt es für sie aber keine.

Marie Pribyl
Marie Pribyl © KK
 

Es kracht bei jedem einzelnen Spielzug. Ohne Ausnahme. Nicht umsonst zählt American Football zu den härtesten Sportarten der Welt. Eine echte Männerdomäne eben. Oder etwa doch nicht? „Natürlich ist es noch eher ein Männersport, weil es eben sehr körperbetont ist. Es ist halt ein Kontaktsport“, sagt Marie Pribyl. Der 22-jährigen Grazerin ist das aber egal, sie spielt im Division-III-Herrenteam der Styrian Hurricanes aus Stallhofen. „Seit November 2017 bin ich jetzt bei den Hurricanes. Ich habe ein fast zweistündiges Gespräch mit Trainer Patrick Resch geführt und für ihn war es kein Problem, dass ich bei den Herren spielen wollte.“

KK Marie Pribyl
Marie Pribyl © KK

Die Entscheidung hat sie bis heute keine Sekunde bereut. „Das Blocken in der Offensive Line taugt mir voll“, sagt die Ehefrau von Michael Pribyl, dem Offensive-Line-Spieler der Graz Giants und des Nationalteams. Und auch Headcoach Patrick Resch erinnert sich an den Erstkontakt mit seiner neuen Spielerin: „Persönlich habe ich Marie erst durch das Gespräch kennengelernt. Aber ich habe schon vorher gewusst, dass sie bei den Giants sehr engagiert war – auch in Sachen Organisation von Spieltagen. Gemeinsam mit dem Trainerstab haben wir die Idee dann gutgeheißen.“ Einzige Bedingung: „Sie muss trainieren wie die Männer. Und auch einstecken sowie austeilen, da wird keine Rücksicht genommen“, sagt Resch. Extrawünsche gibt es keine. Auch eine eigene Umkleidekabine oder eine eigene Dusche gibt es für die Mutter eines Sohnes (zweieinhalb Jahre) nicht. „Das will ich auch nicht. Ich bin Teil des Teams. Und wir sind ja alles erwachsene Menschen“, sagt Pribyl.

Die Styrian Hurricanes
Die Styrian Hurricanes Foto © KK

Die Zweifler sind inzwischen verstummt. Resch: „Die gibt’s ja immer. Ein paar meiner Spieler haben Marie im Training zu Beginn schon ein Brett vor den Helm gehaut, um sie zu testen.“ Pribyl meint aber kämpferisch: „Egal, wie oft die Burschen anrennen: Ich werde immer wieder aufstehen.“ Die körperlichen Defizite, „die ich natürlich habe“, sagt Pribyl, „mache ich eben mit Technik und Einsatz wett“. Das imponiert auch dem Coach: „Den Respekt hat sie sich jetzt erarbeitet. Sie hat ein enorm hohes Verständnis vom Football.“

Marie Pribyl im Einsatz gegen das Herrenteam der Giants (links)
Marie Pribyl im Einsatz gegen das Herrenteam der Giants (links) Foto © KK

Die Saison startet am 15. April mit dem Heimspiel gegen die Pinzgau Celtics. Die Ziele von Pribyl? „Ich will meinen Teil zum Teamerfolg beitragen. Und mir und den anderen beweisen, dass Frauen mehr als nur Cheerleading können.“

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