GewichthebenPlatz zehn für Sargis Martirosjan, drei Weltrekorde durch Georgier Talakhadze

Im Gewichtheben der Klasse über 109 kg stemmte sich der Österreicher Sargis Martirosjan zu Platz zehn. Mann des Tages war der Georgier Lasha Talakhadze mit drei Weltrekorden.

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Sargis Martirosjan
Sargis Martirosjan © GEPA pictures
 

Der Österreicher Sargis Martirosjan hat am Mittwoch bei den Olympischen Spielen in Tokio im Gewichtheben der Klasse über 109 kg eine Zweikampfleistung von 381 kg und damit Platz zehn erreicht. Im Reißen der B-Gruppe war der 34-Jährige zunächst bei 175 kg und 180 kg ohne gültigen Versuch geblieben, beim zweiten 180er-Versuch brachte er die Hantel mit Mühe zur Hochstrecke. Im Stoßen schaffte Martirosjan 190 und dann 201 kg, 205 kg waren ihm zu viel.

Mann des Tages war der Georgier Lasha Talakhadze, der gleich drei Weltrekorde aufstellte. Bestmarken von 223 kg im Reißen und 265 kg im Stoßen vereinten sich im Zweikampf-Rekord von 488 kg, womit der 27-jährige Mehrfachweltmeister und Olympiasieger 2016 den von ihm selbst in diesem Jahr aufgestellten Rekord um 3 kg verbesserte. Damit war Talakhadze in einer ganz eigenen Liga. Silbergewinner Ali Davoudi aus dem Iran kam auf 441 kg, der syrische Bronzemedaillist Man Asaad auf 424 kg.

Unter den sechs Athleten der B-Gruppe belegte Martirosjan Rang vier, in der (stärkeren) A-Gruppe blieben sechs von sieben Sportlern vor ihm. Damit verbesserte sich der gebürtige Armenier im Vergleich zu seinem Olympia-Debüt 2016 in Rio de Janeiro 2016 um einen Rang. Damals war er in der Klasse bis 105 kg auf 389 (179/210) kg gekommen. Diese Marke wollte der Linzer nun in Tokio überbieten, davon war er letztlich neun Kilogramm entfernt. "Ich bin zufrieden, aber nicht ganz zufrieden", lautete sein Resümee.

Ihm war aber natürlich bewusst, dass er um ein Haar gar nicht in der Wertung gewesen wäre. "Ich habe es wirklich spannend gemacht. Gott sei Dank ist es noch gut ausgegangen", sagte Martirosjan im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Die Steigerung ohne gültigen Versuch von 175 auf 180 kg sei ein Risiko gewesen, aber er habe ein gutes Gefühl gehabt. "Ich habe gewusst, ich bin bereit." Bei den beiden ersten Versuchen habe er aber wohl zu spät gegengespannt, sei zu weit hinten gewesen.

"Im dritten hab ich mir gesagt, 'Sargis, jetzt reiß di z'samm, du bist im Reißen ein Spezialist. Hol das!'" Beim Aufstehen mit der Last sei es dann nicht hundertprozentig gewesen, letztlich zähle der Erfolg. Allerdings habe er beim 15-minütigen Aufwärmen für das Stoßen Probleme mit dem linken Ellenbogen gehabt. "Da habe ich seit eineinhalb Jahren Schmerzen. Am anderen habe ich eine Schleimbeutelentzündung." Vor dem Wettkampf habe er etwas gespürt, mit dem Reißen habe es sich verschlimmert.

Kurz habe er wegen der Blockade eines Brustwirbels auch keine Luft bekommen. Nach einer kurzen Behandlung durch den Physiotherapeuten ging es für den von Montreal-Olympia-Teilnehmer (1976) Gottfried Langthaler und Ewald Fischer betreuten Athleten aber dann als Erster der B-Gruppe zum Stoßen. Die Steigerung von 190 auf 201 kg war gut überlegt, hat er in der recht neuen Gewichtsklasse damit doch einen österreichischen Zweikampfrekord fixiert. Der war davor für 380 kg festgelegt worden.

Durch seine Leistung fühlte sich Martirosjan wieder motiviert, auch wegen seines Status als Heeressportler bis zumindest Ende 2022 blickt er soweit voraus. Nach der Rückkehr am Donnerstag geht es schon am Freitag in ein zweiwöchiges Camp nach Maria Alm, danach direkt zu den Staatsmeisterschaften. Nach einer ein- bis zweiwöchigen Pause soll dann die Vorbereitung auf die WM im Spätherbst beginnen. "Und nächstes Jahr bei der EM möchte ich wieder eine Medaille im Reißen gewinnen."

Denn er wisse nun wieder, dass er 180 kg reißen und wohl auch 210 kg stoßen könne. "Ich bin bald 35 und das Alter spielt bei uns eine Rolle. Aber ich habe jetzt gesehen, was möglich ist, wenn ich gut vorbereitet und motiviert bin. Ich habe erst die letzten fünf, sechs Wochen normal trainieren können. Davor war ich verletzt und hatte Schmerzen." Wegen Paris 2024 müsse man abwarten. "Man muss schauen, ob Gewichtheben olympisch bleibt, wie die Qualifikation ist und was mein Körper dann sagt."

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