AbfahrtSvindal ist Olympiasieger, Österreicher weit abgeschlagen

Der große Favorit hat sich durchgesetzt: Aksel Lund Svindal holt sein erstes Olympia-Gold in der Abfahrt, die Österreicher konnten kein Wort um einen Podestplatz mitsprechen.

Jubeln über einen norwegischen Doppelsieg: Olympiasieger Aksel Lund Svindal (rechts) und Kjetil Jansrud
Jubeln über einen norwegischen Doppelsieg: Olympiasieger Aksel Lund Svindal (rechts) und Kjetil Jansrud © APA/AFP/ROBERTO SCHMIDT
 

Und wieder einmal waren es die Norweger, die dem Rest der Skiwelt davon gefahren sind. In der Olympia-Abfahrt setzte sich Aksel Lund Svindal vor seinem Landsmann Kjetil Jansrud (+0,12 Sekunden) durch. Der Schweizer Beat Feuz (+0,18) holt Bronze. Für Svindal und Norwegen ist es der erste Olympia-Sieg in der Abfahrt: "Das ist ein Traum, wirklich schön. Kjetil war oben brutal schnell, dort war ich nicht so gut. Vom zweiten Sprung bis ins Ziel, war ich aber schnell." Auch Jansrud jubelt über Silber: "Für uns bedeutet der Doppel-Sieg alles. Ein tolles Erlebnis."

Feuz hat hingegen gemischte Gefühle. "Auf eine Art und Weise ist es sicher ärgerlich, den Sieg um nur 18 Hundertstel zu verpassen. Aber am Ende zählt doch eine Medaille", sagt der Schweizer, der seinen ersten Stockerlplatz in einer Olympia-Abfahrt geholt hat.

Österreicher so schlecht wie seit 1960 nicht mehr

Die Österreicher konnten diesmal kein Wörtchen um den Sieg mitsprechen. Ganz im Gegenteil: Es ist das schlechteste Ergebnis der österreichischen Abfahrer seit den Spielen von Squaw Valley 1960. Vincent Kriechmayr (7.) ist mit 0,94 Sekunden Rückstand auf Svindal noch bester Fahrer aus dem rot-weiß-roten Team. "Ich glaube, ich bin ganz gut gefahren. Natürlich wollte ich um eine Medaille kämpfen, ist mir nicht gelungen. Leider den Kollegen auch nicht. Es war heute meine Fahrt nicht gut genug."

Matthias Mayer (9.), der nach seinem Sturz im Kombinations-Slalom noch Schmerzen hatte, kam mit 1,21 Sekunden Rückstand ins Ziel. "Eigentlich hat es mich gut angeschoben. Natürlich habe ich die Verletzung gespürt aber versucht, sie auszublenden. Ich muss das abhaken, natürlich zipft es mich brutal an. So weit hinten war ich die ganze Saison heuer nicht."

Auch seine Teamkollegen sind abgeschlagen: Max Franz (11./+1,50 Sekunden) und Hannes Reichelt (12./+1,51) sind von Podestplätzen weit entfernt. "Ich habe mich voll reingehängt und bin bei schwierigen Passagen die Wellen voll gefahren. Ich habe die ganze Fahrt runter ein bisschen viel Bewegung gehabt. Ich habe mich voll reingehaut, aber es ist ein bisschen viel Rückstand. Das zipft mich an", sagt Franz.

Winterspiele 2018: Impressionen aus Jeongseon

Hannes Reichelt

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Matthias Mayer

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Aksel Lund Svindal

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Beat Feuz

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Kjetil Jansrud

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Aksel Lund Svindal

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Aksel Lund Svindal

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Kjetil Jansrud

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Aksel Lund Svindal

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Der Olympiasieger auf dem Weg zu Gold

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Endergebnis der Abfahrt

1. Aksel Lund Svindal (NOR) 1:40,25
2. Kjetil Jansrud (NOR) 1:40,37 +0,12
3. Beat Feuz (SUI) 1:40,43 +0,18
4. Dominik Paris (ITA) 1:40,79 +0,54
5. Thomas Dreßen (GER) 1:41,03 +0,78
6. Peter Fill (ITA) 1:41,08 +0,83
7. Vincent Kriechmayr (AUT) 1:41,19 +0,94
8. Brice Roger (FRA) 1:41,39 +1,14
9. Matthias Mayer (AUT) 1:41,46 +1,21
10. Andreas Sander (GER) 1:41,62 +1,37
11. Max Franz (AUT) 1:41,75 +1,50
12. Hannes Reichelt (AUT) 1:41,76 +1,51
13. Mauro Caviezel (SUI) 1:41,86 +1,61
14. Manuel Osborne-Paradis (CAN) 1:41,89 +1,64
15. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 1:42,18 +1,93
16. Bryce Bennett (USA) 1:42,22 +1,97
17. Christof Innerhofer (ITA) 1:42,23 +1,98
18. Johan Clarey (FRA) 1:42,39 +2,14
19. Martin Cater (SLO) 1:42,53 +2,28
20. Jared Goldberg (USA) 1:42,59 +2,34

Kommentare (6)

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henry2
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Wenn Start-Nummern ab 10 keine Chance mehr haben

Leider nicht das erste Mal so, aber das ist eben Freiluftsport. Und auch Österreicher haben davon profitiert, der M Mayer 2014 auch - und 1996 in der Sierra Nevada passten die Verhältnisse ebenso für gerade diese Startnummern um 7 herum - da sind auch die späteren Starter am saugenden Schnee picken geblieben.
Und es sind auch diesmal sicher bei die 15 Läufer dabei gewesen, die sich berechtigt Medaillenchancen aus rechnen hatten dürfen - und es können (wie es auch hier war) nur 3 eine gewinnen. (Es wäre zu kompliziert auf alle Varianten mit ex-aequo-Medaillen einzugehen.)
Trotzdem bleibt der ÖSV in der Herrenabfahrt bei Olympia führend. 7mal Gold, geholt durch 3 Kärntner und je 2 Tiroler und Vorarlberger.

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Rudi Mikosch
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Schirutscher

Wenn Hirscher aufhört gibt es lange Jahre keine
Goldene Silberne Bronzene nur noch Blechene .
Fakt !!! oder ?

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Kunierer
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Macht nichts die anderen sollen auch mal gewinnen

die Skination Nr.1 sind wir doch trotzdem, oder etwa nicht? Wird uns doch immer wieder von unseren verzichtbaren Sportreportern vorgebetet.

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perplesso
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Bravo für unsere ÖSV-Alpinen.

Der Korea-Urkaub sei Ihnrn gegönnt.

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zyni
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Verdienter Sieger,

bei aller Sympathie für die Österreicher. Für den Sport ist es gut, dass es keine Zufallssieger gab.

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wintis_kleine
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Gratulation an die Medailliengewinner

Sie haben es das ganze Jahr schon gezeigt und konnten hier ihre Ernte für harte Arbeit und viel Risiko, dass sie getragen haben, abholen. Sie waren einfach die Besseren und das muss man neidlos anerkennen. BRAVO

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