Die Welt könnte eine so schöne sein bei KTM. Ein Rennwochenende ist in der aktuellen Saison gelaufen und von der Spitze der Fahrer-Weltmeisterschaft lacht mit Pedro Acosta das Gesicht des österreichischen Herstellers. Zumindest war das so geplant. Denn trotz des jüngsten Erfolgslaufs zum Saisonstart scheint das spanische Wunderkind vor dem Absprung zu stehen. Bereits vor der Saison häuften sich die Gerüchte, dass der 21-Jährige ab 2027 an der Seite von Marc Márquez bei Ducati fahren könnte. Hinter den Kulissen wird bereits eifrig an den Verträgen gearbeitet, den Stein ins Rollen bringen dürfte dann die offizielle Verkündigung des amtierenden Weltmeisters, ob und wie lange er bei Ducati weitermacht.

Bei der Rückkehr der MotoGP nach Brasilien, wo die besten Motorradfahrer der Welt zuletzt vor 22 Jahren aufschlugen, war der WM-Führende aus dem Hause KTM logischerweise Gesprächsthema Nummer eins. Wie viel zählt die WM-Führung nach einem Rennen denn eigentlich? „Es ist schön, sich selbst an der Spitze der WM zu sehen, aber vielleicht ist es noch nicht mein Platz dort“, erklärte der „Hai von Mazarrón“ in Brasilien. „Ich muss einfach weiterarbeiten wie bisher. In Thailand war ich glücklich, weil ich keine Fehler gemacht habe – das war letztes Jahr oft mein Problem.“

KTM will kämpfen

In der Vorsaison war die KTM zu weit weg von der Spitze, weshalb sich Acosta nahezu in jedem Rennen am Limit bewegen musste – und oftmals auch darüber hinaus agierte. Unfälle und Fehler waren die bittere Folge. „Letztes Jahr war ich in der ersten Saisonphase oft wütend und negativ. Jetzt ist es eine Kombination aus vielen Dingen: Ich habe mich verbessert, das Bike ist einfacher zu fahren, das Team arbeitet schneller. Die Situation ist bei KTM insgesamt besser.“ Womit man wieder zurück bei der vermeintlich heilen Welt des krisengebeutelten Herstellers aus Mattighofen wäre. Gelingt es den Österreichern nämlich nicht, Acosta Rennen für Rennen ein siegfähiges Bike hinzustellen, dürfte der Abschied ohnehin früher als später fixiert sein.

Öffentlich möchte sich derzeit zur Wechsel-Causa aber niemand äußern. Acosta selbst erklärte vor dem Saisonstart, dass er seit seinem Einstieg in die Königsklasse des Motorradsports mit Spekulationen konfrontiert sei. KTM-Motorsportchef Pit Beirer bestätigte damals das gegenseitige Interesse zwischen Ducati und Acosta, hielt aber auch fest, dass man um das eigene Juwel kämpfen möchte. Bei all dem Trubel auf dem Fahrerkarussell lohnt sich für KTM deshalb ein Blick in die Statistiken, der durchaus Hoffnung gibt. Seit der Sprint-Einführung 2023 wurde der Gewinner des ersten Sprints am Ende auch Weltmeister. Ein gutes Omen für den Auftaktgewinner Acosta.