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Formel 1Honda hat ein Wunderwerk gebaut

Noch vor dem Saisonauftakt am 28. März in Bahrain ist die Stimmung im Lager von Red Bull Racing außerordentlich zufriedenstellend. Grund: Honda habe eine maßgeschneiderte Antriebseinheit angeliefert. Und in weiterer Folge kommt dann der Red-Bull-Motor.

So sollen die Gegner den RB16B sehen © Kk/RBC
 

Gleich einmal ein Blick in die ferne Zukunft, noch bevor die Formel-1-Saison 2021 gestartet wurde. So schelmisch lächelnde Gesichter, so wissende Augen, sah man bei Vortests selten im Hause Red Bull Racing. Es lief an den Tagen in Bahrain einfach ausgezeichnet. Selbst Helmut Marko, Motorsportberater des Getränkeherstellers, gab zu. "Nein, so gute Tests vor einer Saison hatten wir noch nie."

Woher kommt aber diese Zuversicht. Dass Chefdesigner Adrian Newey eine Koryphäe in Sachen Rennwagenbau und Aerodynamik ist, weiß man. So ist die Basis des RB16 B schon ein ausgezeichneter Wurf. Jetzt hat Honda aber ausgerechnet im letzten Jahr vor dem Ausstieg noch einmal alle Fähigkeiten seiner Ingenieure vereinigt. Mit dem Resultat, eine Wundermaschine entworfen zu haben. Durch die kompakte Bauweise, die schlankere Form, passt die Honda-Hybrid-Einheit einfach perfekt in das Chassis von Adrian Newey. "Und ein paar PS haben sie auch noch gefunden", fügt Helmut Marko hinzu.

Duell des Jahres

Es reduziert sich scheinbar alles auf ein Duell mit der Sternmarke. "Die anderen sind meilenweit entfernt", resümiert Marko. Und weiß auch, dass "Mercedes mit vollen Tanks gefahren ist, nicht die volle Power zur Verfügung stellte." Und damit die Karten nicht aufdeckte. "So können wir derzeit noch nicht genau sagen, wo wir stehen. Das wird sich im Qualifying in Bahrain zeigen", so Marko weiter.

Die positive Stimmung kommt natürlich auch daher, schon vor Saisonstart über ein scheinbar siegfähiges Auto zu verfügen. In den Jahren davor lief Red Bull Racing zumeist erst zu Jahresmitte zur Hochform auf. "Und mit einer Halbjahresform kann man keine Meisterschaft gewinnen", gibt der Grazer ganz offen zu.

Zukunft mit eigenem Red-Bull-Motor

Die Übergabe von Honda an die neue Motorenabteilung von Red Bull wird mit Jahresende klaglos erfolgen, schon jetzt werden alle Weichen gestellt, die Fabrikshallen in England erweitert, ausgebaut und adaptiert. Mit diesem Honda-Triebwerk will man bis zur großen Änderung des  Motorenreglements weitermachen. Später soll ein reiner Red-Bull-Motor folgen. "Dazu wurde das Reglement derart vereinfacht, dass wir dazu in der Lage sind", sagt Marko. "Es wird alles leichter und vor allem kostengünstiger. Deshalb können wir das auch machen. Da wollen wir ganz autark arbeiten, sind aber für Partner offen." Ein Partner könnte Volkswagen/Porsche sein. Das Unternehmen denkt grundsätzlich immer über einen Formel-1-Einstieg nach. "Aber auch andere Hersteller können dann an der Formel 1 besonderes Interesse finden", so Marko.

Ein Schritt nach vorne

Auch die Vorstellung von Alpha Tauri bei den Tests ist vielversprechend. Mit Yuki Tsunoda habe man ein ganz großes Talent aus Japan an Land gezogen. Marko: "Er wird der beste Formel-1-Japaner." Die Qualitäten von Pierre Gasly sind längst bekannt. "Nach unseren Analysen sollten sich Alpha Tauri gleich nach McLaren und Aston Martin auf einer Stufe mit Ferrari und Alpine einreihen. Auf alle Fälle vor Williams, Haas und Alfa Romeo", schätzt Helmut Marko. Damit hat das Schwester-Team wieder einen Schritt nach vorne gemacht.

 

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Gelernter Ösi
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Soviel zum Klimawandel. Und der Verantwortung der Medien.

Krokodilstränen zerdrücken, ein paar herzzerreißende Kommentare und dann diesem dekadenten Abgesang auf den Verbrennungsmotor zujubeln, sich in den Dienst eines sinnlosen, lärmenden Spritverbrennungsexzesses stellen.

schulztom
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Der Doktor ist schon ok!

Dr. Marko ist trotz reifem Alters sicherlich einer der cleversten Köpfe in der Formel 1. Wenn er sagt, es waren gute Tests, ist das sicherlich kein Zweckoptimismus. Was er öffentlich sagt hat Hand und Fuß und das punktgenau analysiert wie einst sein Freund Niki. Was intern gesprochen wird bleibt intern, das ist das gute Recht jedes Rennstalls. Was sollte es bringen am Anfang der Saison schon groß zu verkünden, dass man zB. gegen Mercedes keine Chance hat. Wenn der Hondamotor wirklich so gut ist, können wir uns doch auf spannende Rennen freuen. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass Alpha Tauri auch den Hondamotor haben bei einem japanischen Fahrer. Das ist eine Frage der Ehre ihrem Landsmann auch das bestmögliche Produkt zur Verfügung zu stellen. In den letzten Jahren war hauptsächlich der Motor die Achillesferse von Red Bull, alles anderes war top. In wie weit Mercedes noch die Karten verdeckt hält wird sich sicherlich im 1. Qualifying zeigen. McLaren und Aston Martin könnten heuer sicherlich überraschen und teilweise um Siege mitfahren. Somit steht einer spannenden Saison doch nichts mehr im Wege mit möglichst vielen ausgeglichenen Autos, weil an den Fahrern liegt es nicht mehr, die sind alle gut ( siehe George Russell im Mercedes in Bahrain 2020).

scionescio
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@Tom: "wie einst sein Freund Niki"

Da scheinst du nicht besonders gut informiert zu sein - Niki und der Herr Doktor waren sich spinnefeind und Niki hat ihn nie wirklich erst genommen und sogar wegen seiner durchsichtigen Intrigen und ständigen Jammerei regelrecht verachtet.

Niki hat dafür gesorgt, dass RB wegen Marko keine Mercedes-Motoren bekommt, weil er gewusst hat, dass der Herr Doktor bei der erstbesten Gelegenheit wieder den Motor als Sündenbock hinstellen wird (siehe Renault).

scionescio
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Jedes Jahr zu Beginn der Saison der gleiche Zweckoptimismus des Herrn Doktor und die Tiefstapelei von Mercedes ...

... bin schon auf die Ausreden des Herrn Doktor gespannt, wenn er am Wochenende mit der Realität konfrontiert wird - nach diesen Lobeshymnen kann es dann wohl nicht mehr der Motor sein ...

SagServus
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...

Also die letzten Jahre hat der Marko eigentlich immer vor den ersten Tests Optimismus ausgestrahlt um dann bei den Tests festzustellen, dass man mit Mercedes wohl nicht mithalten wird können. Alleine deswegen, weil man nicht mal mit Mercedes mithalten konnte die mit angezogener Handbremse fuhren.

Heuer schauts zumindest mal so aus, dass die Tests weitaus besser gelaufen sind. Auch aus der Sicht, dass in den letzten Jahren auch oft schon Probleme in den Tests RB zurückgeworfen haben.

Ist halt noch die Frage, wie angezogen die Handbremse bei Mercedes wirklich war und wie schwerwiegend die Vibrationen in den Autos wirklich ist.

scionescio
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@SagServus: es gibt Gerüchte, dass Mercedes noch nicht alles gezeigt hat und deswegen die Balance nicht gestimmt hat ...

... da sie außerdem als einziges Team die sehr kleinen Kühlöffnungen für die Power Unit während des Tests nicht vergrößert haben, spekuliert die englische Presse, dass auch nicht die Höchstleistung abgerufen wurde - und wie voll die Benzintanks waren, weiß nur Mercedes - und wir am Wochenende;-)

Ich persönlich glaube, dass Mercedes gelernt hat und bewusst nicht die tatsächliche Überlegenheit von Beginn an zeigt, weil sonst wieder der Herr Doktor mit seinen Intrigen Erfolg hat und es erneut zu Regeländerungen kommt, die einzig und allein darauf abzielen, die Überlegenheit von Mercedes/Hamilton einzubremsen, damit es zu mehr Spektakel und Show kommt.

Obwohl ich das kaufmännisch verstehe, sehe ich damit den sportlichen Wert stark in Frage gestellt: das wäre so, wie wenn man plötzlich das von Djokovic benutzte Racket verbietet, damit die anderen auch einmal gewinnen können ...