„Post-Covid“, also seit dem Saisonabbruch 2020 nach Ausbruch der Corona-Pandemie, gab es außer Salzburg nur einen anderen Meister: Den KAC 2021. Und der hat nach dem 1:2 in Fehervar im erst zweiten Viertelfinalspiel noch alle Chancen, heuer den Titel zu holen. In der Serie steht es jetzt 1:1. Die anderen vier Titel, die bislang zu vergeben waren, sicherte sich in Serie Salzburg. Mit nichts weniger als dem Anspruch von Titel Nummer fünf war man mit Neo-Trainer Manny Viveiros und Neo-Topstar Michael Raffl (55 Scorerpunkte in 50 Spielen) in die Saison gegangen.

Doch es sollte sich ziehen, unter Viveiros zeigten die Bullen zu selten ihr „A-Game“, immer wieder musste man sich Niederlagen gefallen lassen, die so keineswegs erwartbar gewesen waren. So auch am Ende im Viertelfinale. Das endete nämlich blamabel für den Ligakrösus. Und in nur vier Spielen. Salzburg musste in Südtirol mit 1:2 nach Verlängerung die vierte Pleite am Stück, also einen „Sweep“ von 0:4 Siegen hinnehmen und wurde vom HC Pustertal in den verfrühten Urlaub geschickt. Das war am Dienstag erst um 23:52 Uhr gewiss.

Im vierten Spiel, das nur mit einem Tor Unterschied endete, gingen die Mozartstädter durch Peter Schneider 1:0 in Führung (18.), den Ausgleich fixierte Youngster mit Tommy Purdeller (37.) ein 21-Jähriger, der heuer den Durchbruch schaffte, sogar mit Team Italy bei Olympia im eigenen Land dabei war. Und der vier Jahre im Salzburger Nachwuchs ausgebildet worden war. Dann sollte es trotz zweier Stangentreffer der Heimischen zäh werden, bis in die sagenhafte dritte Overtime. Da krönten die furiosen „Puschtra“ ihre außergewöhnliche Leistung. Die 106. Spielminute war angebrochen, man befand sich bereits im viertlängsten Spiel der Ligahistorie und dann staubte Raphael Andergassen ab, schoss die Italiener ins Glück.

Wie es jetzt weitergeht, ist noch völlig offen

Auf wen Pustertal jetzt trifft, ist noch völlig offen. Sollte der KAC seiner Favoritenrolle gegen Fehervar gerecht werden und Ljubljana (3:1-Serienführung) gegen Bozen weiterkommen, würde Bruneck (Grunddurchgang: 5.) auf Klagenfurt (2.) treffen. Graz (1.), nach dem Sweep gegen Villach, hätte in diesem Szenario Ljubljana (6.) vor der Brust.

Bei den Bullen ist auch eines klar: Die Tage des in Salzburg während der Saison, vor allem hinter den Kulissen, nicht selten kritisierten Viveiros sind wohl schon wieder gezählt.