Direkt nach dem 500-Meter-Rennen murmelte Vanessa Herzog noch unauffällig in sich hinein: "Was für ein Sch***-Rennen!" Nach einem nahezu ansehnlichen Start beim Weltcupauftakt in Stavanger (Norwegen) brachte die Ferlacherin ein Fehlschritt leicht aus dem Konzept. Geschuldet, nicht zuletzt hinsichtlich ihres fehlenden Rennrhythmus, war es ihr nicht mehr möglich die Position zu finden. "Ich war in der Kurve zu unruhig und auf der Gegengeraden hat’s auch nicht gepasst. Das war definitiv einer meiner schlechteren Läufe. Ich habe viel zu viel gestreut", verriet die 27-Jährige.

Der Frust war jedoch nur von kurzer Dauer, da sie als Vierte der Division A das Podium nur hauchdünn verpasste. "Ich war ziemlich verblüfft, als ich nach diesem suboptimalen Lauf die Platzierung gesehen habe. Ich wollte mit Tom nicht mal klassisch abklatschen, weil ich richtig angefressen war, doch am Ende bin ich sehr optimistisch gestimmt und es hat mir gezeigt, was ich künftig noch rausholen kann", konkretisiert die Wintersportlerin, die sich immer nur über sich selbst ärgert. "Aber ich kriege mich meist sehr schnell wieder ein."

Beinahe die Siegerehrung verpasst

Beim Bewerb über die 1500 Meter sorgte die Weltmeisterin von 2019 als Dritte für eine Überraschung. Es war ihr erstes Rennen in dieser Disziplin seit 2017 und prompt schaffte Herzog den Aufstieg in die A-Gruppe. "Ein Rennen über diese Distanz ist eher eine Bestrafung, wenn man am 1000er in der zweiten Runde eingeht und hier noch eine Runde mehr hat, doch es hat gut geklappt, vor allem bis zu den 1200 Metern. Danach kam prompt der Mann mit dem Hammer. Ab diesem Zeitpunkt kannst du dich kaum noch bewegen, bekommst Kopf- und Zahnschmerzen. Das geht richtig schnell", meint Herzog und verpasste anschließend beinahe die Siegerehrung. Ein Anruf des Veranstalters sorgte angesichts der Tatsache für einen Weckruf.

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Am Sonntag hat "Österreichs Sportlerin des Jahres 2019" die Chance, über die 1000 Meter ihre Stärke zu demonstrieren. Aufgrund der fehlenden Wildcard greift sie in der B-Gruppe an. "Ich will in einer guten Zeit gewinnen. Dann kann ich kommende Woche dreimal in der A-Gruppe starten."

Der Rücken hält. Ihr Trainer und Ehemann Tom geht sogar so weit, "dass ich sie als Ganzes noch nie so fit erlebt habe. Sie trainiert aber extrem diszipliniert, sodass es die Konsequenz der beinharten Arbeit ist." Entspannt wurde heute noch bei einem Würfelspiel, bevor am Sonntag wieder attackiert wird.