Eisschnelllauf-AuftaktVanessa Herzog hängt am flinken Chinesen

Eisschnellläuferin Vanessa Herzog (23) fiebert dem WeltcupAuftakt in Japan entgegen. Die Ferlacherin ist heuer noch schneller – gefeilt wurde erneut an der Technik.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Vanessa Herzog liebt japanisches Essen (links oben). Die Kärntnerin sieht dem Auftakt entspannt entgegen – da darf es auch mal Schokolade zur Stärkung sein. © Privat (3)
 

Was gibt es Schlimmeres für Kaffee-Junkies, als auf ihren geliebten Espresso verzichten zu müssen? Das heimische Eisschnelllauf-Duo Vanessa und Tom Herzog hat diese Problematik gerade erst in Japan kennengelernt. „Wir nehmen ja überall unsere eigene kleine Kaffeemaschine mit. Das hat sich inzwischen sogar rumgesprochen und so schauen zahlreiche Athleten bei uns vorbei. Nur hier funktioniert sie nicht. Aber zum Glück haben wir einen sehr guten Coffeeshop gefunden“, erzählt der Erfolgscoach mit einem Grinsen – da macht es keinen Abbruch, dass das Hotelzimmer exakt acht Quadratmeter misst.

Gut lachen hat auch sein Schützling, der sich vor dem WeltcupAuftakt (Freitag bis Sonntag) im beschaulichen Örtchen Obihiro in einer ausgezeichneten Form präsentiert. „Ich brauche wegen der Zeitumstellung immer, bis ich auf Touren komme und in den ersten Tagen hab’ ich etwas schwere Beine gespürt, aber ich bin rechtzeitig spritzig geworden. Ich fühle mich in Japan generell sehr wohl. Das weiche und schnelle Eis kommt mir entgegen. Und ich liebe das Essen und schlafe gut“, verrät die 23-Jährige, die in der Vorbereitung an ihrer Technik gefeilt hat. „Ich versuche, in der Kurve eine noch höhere Frequenz zu fahren. Aufgrund dessen könnte es auch Ausreißer nach unten geben, bis es wirklich komplett greift. Und am Start hab’ ich an einer anderen Position gearbeitet, bin quasi länger mit dem Oberkörper unten. Sind graduelle Änderungen, aber nichts Gravierendes“, so die dreifache EM-Medaillengewinnerin 2018.

Fokus auf 500 und 1000 Meter

Der Tagesablauf in Japan ist rigoros durchgeplant: Am Vormittag stehen entweder Laufen, Radfahren oder Kraftkammer auf dem Programm und am Nachmittag geht’s zwischen 15 und 17 Uhr aufs Eis, „da um diese Zeit auch genau die Rennen stattfinden“. Das Hauptaugenmerk wird heuer rein auf die 500 sowie 1000 Meter gelegt,

denn es wäre nicht intelligent, Pulver zu verschießen, sondern ich will unbedingt auf diesen beiden Strecken für Siege und Podestplätze sorgen.

Wie stark die Ferlacherin wirklich drauf ist, zeigt die Tatsache, dass sich die Ausnahmeathletin im Training dem Olympiadritten aus China, Gao Tingyu, an die Schlittschuhe geheftet hat oder wie es Tom charmant beschreibt: „Sie war wie ein Klammeräffchen und man hat schon gesehen, was da Zug dahinter ist. Sie ist schneller als voriges Jahr, das zeigen auch die Daten, aber zählen tut es nur im Wettkampf.“ Doch die Konkurrenz schläft de facto nicht – so gilt es, die Japanerinnen und US-Girl Brittany Bowe zu knacken: „Das Podium ist in Japan das Ziel. Die Saison ist noch lang und ich will im Februar, März in Topform sein. Das ganz große Ziel ist ja eine Medaille bei der Weltmeisterschaft in Inzell.“

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!