AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Özil erregt die Gemüter"Alles, was Özil macht, ist politisch"

Nach seinem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft spaltet der Fall Özil die Gesellschaft. Während die einen ihn aus politischen oder sportlichen Gründen kritisieren, gibt es eine Welle der Solidarität von Ex-Mitspielern.

Özil spaltet
Özil spaltet © (c) APA/AFP/PATRIK STOLLARZ (PATRIK STOLLARZ)
 

Uli Hoeneß, Cem Özdemir, Oliver Bierhoff und viele andere prominente Namen aus Sport und Politik haben Mesut Özil nach der blamablen WM und dessen DFB-Rücktritt im Zusammenhang mit der Erdogan-Affäre kritisiert. Der deutsch-türkischer Boxer Unsal Arik sagte kürzlich: "Alles, was Özil gerade macht, ist politisch. Er soll mal recherchieren, wofür (Recep Tayyip) Erdogan verantwortlich ist, und erklären, warum er diesen Menschen so toll findet." Sich als Opfer von Rassismus hinzustellen sei nicht der richtige Weg, über ein Foto mit dem türkischen Präsidenten hinwegzutäuschen. Dazu haben wir ein paar Pressestimmen zusammengetragen: 

"Bild": "Verlogener geht es kaum. Beim unsäglichen Abgang von Mesut Özil geht es um eine Person und deren Fehler kaum noch: Mesut Özil. Der Skandal, um den es eigentlich geht, ist schon fast in Vergessenheit geraten: Ein Deutscher macht Wahlkampfwerbung für einen türkischen Alleinherrscher und sorgt mit dafür, dass Türken, die in Deutschland in Freiheit leben, für ihre türkischen Mitbürger in der Türkei ein Leben in Unfreiheit wählen. Ein deutscher Millionär, der sich politisch für einen Mann engagiert, der gerade dabei ist, die wirtschaftliche Zukunft der türkischen Jugend zu ruinieren.

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Verfolgungswahn. Der Deutsche Fußball-Bund hat im Fall Özil wahrlich kein gutes Bild abgegeben. Der Spieler darf nicht zum Sündenbock für eine verkorkste WM gemacht werden, er hat auch rassistische Schmähungen erfahren; der einzige deutsche Satz in seiner englischsprachigen Botschaft gibt eine solche Beleidigung wieder. Doch der Rassismus-Vorwurf ist absurd.

"Handelsblatt": "Ein deutsches Eigentor. Nur wenn wir Integration wirklich leben, behalten wir weltweit den Anschluss, warnt Ozan Demircan. Mit dem Rücktritt Mesut Özils ist 'Die Mannschaft' wieder ein Stück zur 'Nationalmannschaft' geworden. Genau so, wie es sich Politiker der AfD vor einigen Monaten gewünscht hatten. Sie haben nun bekommen, was sie wollten, ohne dafür weiter poltern zu müssen.

"Daily Mail": "Mesut Özils Rückzug aus dem internationalen Fußball ist das tragische Ende einer glorreichen Karriere. (...) Einer der besten Mittelfeldspieler Deutschlands wurde von einem Symbol der Integration zu einer Gestalt der toxischen öffentlichen Debatte."

"Sabah" (Türkei): "Mesut Özil hat das schönste Tor gegen den Rassismus geschossen. Er hat 'Stopp' gesagt gegen die zunehmende Migranten-Feindlichkeit und den Rassismus in Europa und dem 'rassistischen Gesicht' des Westens den Spiegel vorgehalten."

"Tagesanzeiger" (Schweiz): "Jetzt steht dieser Spieler für die bange Frage von Grünen-Politiker Özdemir, ob Deutschtürken künftig noch einen Platz im deutschen National-Team finden würden. Und er steht für sein dumpfes Gefühl, trotz aller sozialen Dienste, die er für das Land erbrachte, auf Ablehnung zu stoßen. Und auf Rassismus."

Die Netzreaktionen

Auf der anderen Seite bildet sich eine Welle an Untersützung für Özil von Mitspielern wie Jerome Boateng oder Lukas Podolski. Wir haben die Netzreaktionen zusammengeführt:

Kommentare (3)

Kommentieren
furki
0
2
Lesenswert?

Özil hat allein an diesem Dilemma Schuld.

Es wächst sich aus, auf einmal sind alle anderen schuld. Da fragt man sich: was kann man schon von einem Fussballer erwarten, muss der sich jahrelang mit dem Ball herumplagen, da soll er sein Heimatland auch noch kennen, spielen doch alle irgendwo im Ausland und interessieren sich nur für Geld. Ja, da sind sie groß beim Handaufhalten und Vorteile rausholen.

Antworten
KleinerGrisu
0
20
Lesenswert?

Özil hat Mist gebaut

und ist dafür kritisiert worden. Diese Kritik verträgt er nicht. Darum geht er mit dem beliebtesten Thema in der heutigen Zeit - Rassismusvorwurf - in die Offensive. Dass er dabei jene anpatzt, die ihn zu dem verholfen haben, was er ist, vergisst er nun gerne.

Gebt Özil doch das, was er verdient. Einfach nur ein Schweigen hinsichtlich seiner Entscheidung. Er ist zurückgetreten und das ist seine Entscheidung. Ende und aus!

Antworten
heintirol
0
1
Lesenswert?

Özil vs. Grindel

Herr Grindel hat mit seinen Aussagen von 2004 und 2013 recht, wie man sieht/hört, wenn man offenen Auges und Ohren durch die Städte geht. Aber was hier leider nicht zur Sprache kommt: Özil schrieb auch (ich habe sein gesamtes Statement kopiert), dass er ein Gespräch mit Herrn Grindel hatte. In dem Gespräch ging es weniger um Herrn Özil´s Haltung, sondern um die Sicht der Dinge bezüglich Erdogan des Herrn Grindel, der nahezu einen Monolog lieferte und das Gespräch dann beendete. Aber selbst ARD und ZDF waren sich in ihren Nachrichtensendungen nicht zu schade, diesen Umstand zu unterschlagen/auszulassen, womit wir wieder bei Fake News oder Lügenmedien gelandet sind.

Antworten