Marcel Koller hat den Teamkader für das Freundschaftsspiel am 17. November (20.45 Uhr) im Ernst-Happel-Stadion nominiert. Neu mit dabei sind Torhüter Andreas Lukse (Altach) und Frosinone-Spiele Robert Gucher

Goalie Lukse ersetzt den am Knie verletzten Stammgoalie Robert Almer, im Testspiel gegen die Schweiz soll laut Koller Ramazan Özcan im Tor beginnen. Der Mittelfeldspieler von Serie-A-Aufsteiger Frosinone nimmt den Platz des diesmal nur auf Abruf aufscheinenden Rapidlers Stefan Schwab ein. Koller: "Durch die Verletzungen haben wir die Möglichkeit, ihn kennenzulernen und diesen Pool größer werden zu lassen. Da heißt es auch für andere Gas geben, damit sie im Mai-Juni 2016 dabei sind."

Martin Harnik kann aufgrund seiner Knieverletzung nicht spielen, dafür rückt Stürmer Karim Onisiwo nach. Für den Angreifer des SV Mattersburg ist die erste Nominierung im Nationalteam.

Durch die Rückkehr des wiedergenesenen Martin Hinteregger gab es eine weitere Änderung, Sturm-Graz-Abwehrspieler Michael Madl ist deshalb nicht dabei. Teamchef Marcel Koller absolviert mit seiner Mannschaft von 9. bis 15. November ein Teamcamp in Alicante, am 17. November (20.45 Uhr) folgt zum Abschluss des Jahres im Wiener Ernst-Happel-Stadion ein Länderspiel gegen die Schweiz.

 

"Es ist für uns wichtig, dass wir nicht Spieler nach Spanien mitnehmen, die dann die ganze Woche nur in der Reha sind", erklärte Koller. Die Ersatzleute, auch Madl und Schwab, hätten sich bisher gut präsentiert. "Es heißt für uns, dass der Kader größer geworden ist. Gerade in der Defensive ist die Konkurrenz größer geworden", meinte der Schweizer. "Das ist gut für uns, weil wir wissen, wenn einer ausfällt, dass ein anderer nachrücken kann."

Bin Mai/Juni muss Koller seinen Kader für die EM in Frankreich beisammen haben. Von größeren Experimenten sieht er weiter ab, weil er auf keine arrivierten Kräfte verzichten will. "Wir haben die letzten vier Jahre auf Vertrauen gebaut", begründete der Teamchef. "Wir möchten nicht einen, der immer dabei war, wenn nichts mit einer Verletzung ist, rausschmeißen. So etwas gibt immer eine gewisse Unruhe. Da wollen wir vor der EM nicht allzu viel reinlassen ins Team."

Im Camp in Orihuela bei Alicante (9.-15. November) will Koller auch an Details im taktischen Bereich arbeiten. Völlig neue Systeme werden nicht eingelernt. "Wir wollen das, was wir gut machen, weiterhin gut umsetzen", sagte der 54-Jährige, der sich gegen ein mögliches zweites Testspiel ausgesprochen hat. "Da wird die Zeit noch kürzer." 2013 habe man damit gute Erfahrungen gemacht, meinte Koller auch im Hinblick auf den "zwischenmenschlichen Bereich".

"Sehr spezielles Duell" mit den Schweizern

Das Duell mit seinen Landsleuten ist für Koller "ein spezielles Spiel". 55 Länderspiele hat er für die Eidgenossen absolviert. "Ich habe immer für die Schweiz gespielt und noch nie gegen sie", erinnerte der Ex-Verteidiger. "Aber ich bin ehrgeizig genug. Klar möchte ich gewinnen, es ist aber kein Wunschkonzert." Die Schweizer liegen in der Weltrangliste nur knapp hinter Österreich. "Wir spielen auf Augenhöhe", meinte Koller. Bis Dienstag waren 21.000 Karten verkauft.

EM-Dress wird präsentiert

Die Schweizer treffen bereits kommenden Mittwoch in Wien ein, bestreiten dann am folgenden Freitag in Trnava einen Test gegen die Slowakei. Den Kader will Teamchef Vladimir Petkovic diesen Freitag bekanntgeben. Das ÖFB-Team hebt am Montagnachmittag an die spanische Mittelmeerküste ab. Davor wird in einer Pressekonferenz am Flughafen Wien-Schwechat noch das neue EM-Dress präsentiert.