Schon als Nachwuchsspieler verfolgte ich die österreichische Bundesliga, vor allem die damaligen Erfolge von Rapid und Sturm. Doch es schien weit weg, im Kopf wie auf der Landkarte. Aufstieg und Cupsieg des FC Kärnten änderten daran etwas. Ich erinnere mich an Spiele im alten Wörthersee-Stadion, bewunderte Stary, Vorderegger und Co. Die Stimmung, die Erlebnisse, die Begeisterung. All das löste etwas in mir aus. Bis dahin war ich ein Kind, das gerne Fußball spielte und von da an wollte ich Fußballer werden. Der Enthusiasmus im Stadion hat mich fasziniert. Der Funke sprang über. Ich wollte genau das selbst auf dem Spielfeld erleben. Und plötzlich schien es möglich, ich konnte es ja live sehen. Nicht in Wien oder Graz, sondern bei einer Mannschaft ganz in meiner Nähe. Kurz gesagt: Ein Traum entstand. Und der Funke war nicht das große Geld oder ein glamouröses Fußballerleben. Es waren die Emotionen im Stadion.

Heute ist Kärnten zwar mit gleich zwei Bundesliga-Clubs gesegnet, doch die Begeisterung im Land hält sich in Grenzen. Man hat sich an den Luxus gewöhnt, ohne ihn durch regelmäßige Stadionbesuche wirklich zu leben. Umso wichtiger sind besondere Spiele wie das kommende Cup-Finale. Ich konnte meinen Traum vom Fußballprofi verwirklichen, wurde sogar zwischendurch von den genannten Idolen trainiert. Doch ein Ziel blieb mir verwehrt: In meiner Heimat, bei einem großen Spiel, vor vielen Fans zu spielen und so meinen Traum an junge Kicker weiterzugeben. Bäume im Stadion und eine Pandemie standen dem im Weg. Heute muss ich dabei mit leicht schmerzendem Herzen schmunzeln. Wer hätte gedacht, dass ein so hochgestecktes Ziel an solchen Umständen scheitern würde?

Doch nächsten Donnerstag bietet sich für Kärnten wieder so eine Gelegenheit. Vielleicht wird das kommende Cupfinale zum Auslöser für die nächsten Kärntner Fußballprofis? Und wenn nicht, dann vielleicht für die nächste Generation leidenschaftlicher Fans. Eines ist für mich jedenfalls klar: In einer Zeit, in der wir Fußball immer und überall konsumieren können, dürfen wir nicht vergessen, ihn hautnah zu erleben. Denn nur im Stadion kann der Funke überspringen. Daher mein Aufruf: Vergessen wir für dieses Spiel einmal Einnahmen und Einschaltquoten. Vielleicht schaffen es der ÖFB und die Finalisten, vielen Nachwuchskickern den Stadionbesuch zu ermöglichen. Messen wir den Erfolg dieses Finales doch nicht in Marketingkennzahlen, sondern in begeisterten Fans. Und an alle Eltern und Fußballbegeisterten in Kärnten: Gehen Sie mit Ihren Kindern, Enkeln, Neffen oder einer Nachwuchsmannschaft ins Stadion. Denn man weiß nie, wann der Funke überspringt.

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