Amüsant wäre die Busfahrt aus Pasching nach Hartberg gewesen, nach dem 3:0-Erfolg gegen den LASK. "Die Stimmung war schon in der Kabine hervorragend", sagt Stürmer Rene Kriwak. Wie Dario Tadic hat der Leihspieler von Rapid in den jüngsten zwei Spielen getroffen. Der zweite torgefährliche Stürmer neben Tadic – er könnte mit Kriwak gefunden worden sein. Die beiden harmonieren auf dem Feld offensichtlich. "Wir verstehen uns auf dem Feld gut, in der Kabine auch", sagt der 23-Jährige. Und im Training versucht Kriwak vom erfahrenen Sturmpartner zu lernen: "Er hat einen unglaublichen Torriecher, da kann man nur lernen", sagt Kriwak und denkt da etwa an den Laufweg, den Tadic vor seinem Treffer zum 2:0 beim LASK ging.

Tadic und Kriwak machen den Gegnern aber nicht nur im Ballbesitz Probleme – auch das Pressing funktioniert. "Wir marschieren vorne drauf. Man sieht, dass wir die Gegner so in Schwierigkeiten bringen." Gegen den LASK resultierte das Tor von Kriwak diesem hohen Pressing, weil LASK-Torhüter Alexander Schlager sich zu einem klärenden Ball gezwungen fühlte, der bei Okan Aydin ankam. Aber auch Kriwaks Tor gegen Austria Klagenfurt bereitete Tadic nach hohem Pressing mustergültig vor – nicht der einzige hohe Ballgewinn der Hartberger in den jüngsten zwei Partien.

Dass der Hartberger Sieg glücklich ausfiel – völlig egal. "Wir sind vor allem erleichtert", sagt Kriwak. Nach der ersten Hälfte, als sich der LASK eine Vielzahl an hochkarätigen Chancen erspielte und vergab, war das Motto in der Kabine klar: "Uns war klar, wir brauchen noch mehr Intensität. Wir wollten unbedingt. Hut ab, wie wir das durchgezogen haben", sagt Kriwak.

Im Wissen, dass die wichtigen Spiele der Hartberger jetzt kommen. Altach und WSG Tirol sind die nächsten Gegner – unmittelbare Tabellennachbarn der Oststeirer. Mit Siegen könnte man sich etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen. "Da war der Sieg gegen den LASK gut für das Selbstvertrauen", sagt Kriwak. Mit einem Sieg trainiert es sich leichter. Mit zwei Toren nach zwei Startelfeinsätzen sowieso. "Wichtig sind die Siege", sagt Kriwak. "Wenn ich mit Toren helfen kann – umso besser. Wunderschön, in der Bundesliga angekommen zu sein."

Bemerkenswert: Zu Kriwak hat sich bereits die Geschichte vom "Goldenen Oktober" durchgesprochen. Im zehnten Monat des Jahres punkten die Hartberger überdurchschnittlich, im ersten Jahr in der Bundesliga gab es nur Siege, in der Vorsaison zwei Siege und zwei Unentschieden. "Ganz geht das ja nicht mehr. Das Spiel gegen Klagenfurt war schon im Oktober", sagt Kriwak – und ist motiviert, den Oktober mit Siegen gegen Altach, WSG Tirol und im Nachtrag gegen Rapid am Nationalfeiertag überaus erfolgreich zu Ende zu bringen.

Was Kriwak nicht wusste: Seit Hartberg in der Bundesliga spielt, wurden Spiele am elften, zwölften und 13. Spieltag noch nie verloren. Acht Siege und vier Unentschieden standen da bis vor dem Spiel gegen den LASK zu Buche – der neunte Sieg ist nun gelungen. "Dann werden wir das so beibehalten", sagt Kriwak. Im Optimalfall: mit seinen Toren.