Am Montag, nach dem Trainingsauftakt, gab Paul Komposch noch Entwarnung. Am Dienstag aber war das Knie des Hartberg-Abwehrchefs stark angeschwollen. Die bittere Diagnose: Das vordere Kreuzband im rechten Knie ist gerissen. Komposch ist schwer verletzt und wird frühestens im Frühjahr wieder Fußball spielen.

So weit, so normal. Kreuzbänder reißen im Fußballsport. Aber: Komposch und der TSV Hartberg sind aktuell in einen Rechtsstreit verwickelt, dessen Ausgang offen ist. Was war passiert? Der TSV Hartberg hat (fristgerecht) Anfang April die vereinsseitige Option im Vertrag des Innenverteidigers gezogen. Ein Passus im Vertrag besagt aber, dass die Option nur bei Erhalt der Lizenz gültig ist. Die war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht erteilt, das geschah erst zehn Tage später.

Rechtsstreit zwischen Spieler-Vertreter und Verein

Komposch, sein Berater Thomas Freismuth und die VdF pochen auf die Nichtgültigkeit der Optionsziehung. Haben dafür vor dem Senat 2 der Bundesliga aber bereits eine Abfuhr erhalten. Die Vertreter des Spielers haben aber eine Protestnote verfasst, sollten sie auch in dieser Instanz nicht Recht bekommen, wurden medial der Gang vor das Arbeitsgericht und eine einstweilige Verfügung in Aussicht gestellt.

Beim Trainingsauftakt, an dem Komposch unter Protest teilgenommen hat, passierte dann kurz vor Ende der Trainingseinheit die Verletzung. Bekommen Komposch und seine Vertreter vor dem Protestkomitee Recht, ist der Spieler vereinslos – aber schwer verletzt. „Trotz der Meinungsverschiedenheiten und des äußeren Drucks bleibt der TSV Hartberg fest an seiner Seite und bekräftigt, dass Paul weiterhin Teil unseres Teams ist“, lässt der TSV Hartberg in einem von Präsidentin Brigitte Annerl und Geschäftsführer Erich Korherr unterschriebenem Statement wissen.