„Zwölf Spiele! Zwölf verdammte Spiele!“ rief GAK-Verteidiger Donovan Pines nach dem hochverdienten 3:1-Sieg gegen Altach in den Liebenauer Stadion-Katakomben und pustete ganz kräftig durch. Die Last, die bei den Rotjacken nach dem ersten Bundesliga-Saisonerfolg von den Schultern fiel, sie war enorm. Schon das 1:0 durch Alexander Hofleitner in der 38. Minute ließ erstmals einen gewaltigen Druck abfallen, der erste Weg von Assistgeber Ramiz Harakaté führte direkt zur Trainerbank und Coach Ferdinand Feldhofer. „Ich glaube, er ist nicht zu mir – ich glaube, ich bin zu ihm“, sagte ein sichtlich erleichterter Feldhofer nach dem Spiel mit einem Lachen. „Es zeigt, dass die Spieler trotz der schwierigen Zeit an das glauben, was wir machen. Das stimmt mich sehr zuversichtlich. Hätte ich in den letzten Wochen diesen Eindruck nicht gehabt, dann hätte ich vielleicht schon eine Entscheidung getroffen gehabt.“

Mit dem 46-Jährigen an der Seitenlinie feierten die Athletiker nun den langersehnten Sieg – für Feldhofer war es der erst dritte im 23. Spiel als GAK-Coach. „Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass ich mir positive Emotionalität und Hingabe erwarte – das haben sie übertroffen“, fand der Trainer viel Lob für seine Spieler. „Wie jeder für jeden eingestanden hat, das erwärmt mein Herz. Wie sie agiert haben, ist alles andere als selbstverständlich.“ Der rasche Ausgleich noch vor der Pause durch ein direktes Freistoßtor von Patrick Greil ließ den Glauben an den ersten Sieg seit dem 17. Mai nicht weichen. „Da sieht man, in welcher Phase wir sind, weil da kriegst du normal kein Tor“, sagte Feldhofer. „Aber was die Jungs mir in der Halbzeit für ein Gefühl gegeben haben – bist du narrisch, das ist großes Mindset. Sie haben eher mich beruhigt als ich sie, glaube ich. Großer Respekt, wie sie sich da gegenseitig gepusht haben. Wir sind widerstandsfähig, das ist im Profisport das Allerwichtigste und das erleichtert mir, den Weg weiterzugehen. Und das zeigt mir, dass sie sehr reif geworden sind in den letzten Wochen. Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir jetzt nachlegen, weil das wird auch notwendig sein.“

Feldhofer: „Glaube, dass wir ein schlafender Riese sind“

Dank eines Eigentors in der 50. Minute und dem Schlusspunkt durch Harakaté tief in der Nachspielzeit (95.) gelang der auch für Feldhofer persönlich so dringend benötigte Dreier, meinte der Trainer doch noch vor Kurzem, er kenne die Mechanismen im Fußball. „Ich glaube an ein langes Projekt mit dem GAK und mit mir, deswegen habe ich mich für das entschieden. Ich hätte es extrem schade gefunden, wenn ich jetzt nicht die Chance noch weiter gekriegt hätte, ganz ehrlicherweise“, sagte Feldhofer. „Die Gruppe ist intakt, wir entwickeln uns, obwohl die Ergebnisse nicht gepasst haben. Die einzelnen Spieler vor allem entwickeln sich, aber als Team haben wir noch viel Potenzial, das wir ausschöpfen müssen.“ Man dürfe jetzt nicht den Fehler machen und sagen, alles sei super. „Heute ja, morgen ja – aber jetzt geht es erst los. Ich glaube nach wie vor, dass wir ein schlafender Riese sind.“