„Andere Kulturen, Religionen, Sprachen, anderes Verhalten auf und neben dem Platz.“ Ferdinand Feldhofer spricht von einer enormen Bereicherung, dass er zuletzt erstmals Erfahrung im Ausland gesammelt hat, „das hat mich wahrscheinlich zu einem besseren Trainer gemacht.“

Im Juni des Vorjahres übernahm der Steirer in Georgien bei Dinamo Tiflis, im Dezember zog er nach Belgien zu Cercle Brügge weiter, wo er ähnlich wie jetzt beim GAK ein Team im Tabellenkeller übernommen hat. Wer binnen eines Jahres zum dritten Mal einen neuen Arbeitgeber übernimmt, weiß natürlich, worauf es in den ersten Tagen zu achten gilt. „Wer zieht mit? Wer zeigt Bereitschaft und ist auch willig, neue Akzente umzusetzen?“, erklärt Feldhofer, dass er neben der Vermittlung neuer Inputs vor allem die Offenheit für selbige abcheckt.

Seit knapp einem Jahrzehnt ist der frühere Innenverteidiger, der 13 Mal für Österreichs A-Team aufgelaufen ist, im Trainergeschäft. Sein GAK-Debüt gegen die WSG Tirol (17 Uhr, Sky) wird bereits das 262 Pflichtspiel, bei dem Feldhofer an der Seitenlinie steht. Seine Bilanz ist mit 118 Siegen, 65 Unentschieden und 78 Niederlagen klar positiv (Torverhältnis 425:315).

Gutes Omen für den Einstand in Rot: Die bisherige Ausbeute bei den jeweiligen Premieren ist mit vier Siegen bei einem Remis klar positiv. Niederlage setzte es beim ersten Auftritt noch keine.

VIENNA,AUSTRIA,03.NOV.18 - SOCCER - Zweite Liga, Floridsdorfer AC vs SV Lafnitz. Image shows head coach Ferdinand Feldhofer (Lafnitz). Photo: GEPA pictures/ Christian Ort
In Lafnitz hatte Ferdinand Feldhofer oft gut lachen © GEPA

Seine Lehrjahre beim SV Lafnitz läutete er am 20. Oktober 2015 mit einem 4:2-Heimsieg gegen den Annabichler SV ein. Gekrönt wurde die Amtszeit in der Oststeiermark 2018 mit dem Aufstieg in die 2. Liga. Mit Jahresbeginn 2020 gelang ihm der Sprung in die Bundesliga zum Wolfsberger AC.

Auch beim WAC klappte es beim ersten Match mit einem Sieg, am 15. Februar wurde zu Hause Hartberg 3:0 geschlagen. Lediglich bei Rapid gab es beim Pflichtspiel-Einstand keinen Sieg zu bejubeln, mit dem Wiener Derby gegen die Austria wartete jedoch ein denkbar prestigeträchtiges Duell. Es endete 1:1, nachdem die „Veilchen“ nach 49 Sekunden durch Matthias Braunöder in Führung gegangen waren.

In Tiflis ging es mit einem 2:0-Sieg im Halbfinale des Supercups gegen Iberia 1999 los, das Abenteuer Brügge startete mit einem 4:1-Auswärtssieg in der Conference League bei Olimpija Ljubljana.

Cercle's new head coach Austrian Ferdinand Feldhofer looks on during a training session of Belgian first division team Cercle Brugge KSV, in Brugge, on December 11, 2024 (Photo by NICOLAS MAETERLINCK / Belga / AFP) / Belgium OUT
Bei Cercle Brügge startete Ferdinand Feldhofer mit einem 4:1 bei Olimpija Ljubljana © AFP

„Wenn ich es mir aussuchen kann, würde ich auch diesmal einen Sieg nehmen“, lacht Feldhofer. Fix einplanen lassen sich drei Punkte gegen die WSG logischerweise nicht, wobei die persönliche Tendenz gegen die Tiroler positiv ist. Die vier jüngsten von insgesamt acht Duellen gestaltete der 45-Jährige siegreich (jeweils mit Rapid). Seine beiden Spiele mit dem WAC verlor er gegen die Wattener, mit Lafnitz gab es ein Remis und eine Niederlage.

An Feldhofers Motivation wird es gegen die WSG bestimmt nicht scheitern. „Ich fühle mich voller Energie und Tatendrang“, betont der Grazer, der sich spürbar freut, erstmals in seiner „eigentlichen Heimat“ als Trainer arbeiten zu dürfen. Eine Woche nach dem Abschied aus Belgien stand er in Weinzödl schon wieder am Trainingsplatz: „Ich hätte ja auch anders entscheiden, meinen Vertrag aussitzen und ein bisschen in Urlaub fahren können. Aber das wollte ich nicht. Ich wollte arbeiten.“